09.11.2025
Die Faustball-Löwinnen des TSV Calw verkauften sich am Sonntagmittag teuer in der heimischen Walter-Lindner-Sporthalle – vor allem angesichts der widrigen Vorbereitung auf die Saison.
TSV Calw – TV Segnitz 1:3 (11:7, 7:11, 8:11, 3:11)
TSV Dennach – TSV Calw 3:1 (11:8, 7:11, 11:6, 11:4)
TV Segnitz – TSV Dennach 3:1 (8:11, 11:5, 11:7, 13:11)

Zeigten sich engagiert zum Saisonauftakt, von links: Elisa Becht, Samantha Lubik,
Patricia Lebherz, Nadine Maisenbacher, Fenja Stallecker, Leonie Pfrommer. Foto: SH
Einen hochklassigen Saisonauftakt erlebten mehr als 100 Zuschauer in der Walter-Lindner-Sporthalle Calw, wo die dominierenden Süd-Klubs der letzten Jahre aufeinandertrafen. Das Heimteam wurde nach seinen beiden 1:3-Niederlagen gegen Segnitz und Dennach mit Beifall bedacht. Das Publikum wusste sehr wohl einzuschätzen, dass mit dem stark dezimierten Kader – ohne die verletzt pausierende Henriette Schell, die nach Brettorf zurückgekehrte Ida Jungclaussen, geb. Hollmann, die zurückgetretene Laura Nonnenmann sowie die nach Dennach gewechselte Julia Maier – nun kleinere Brötchen in der Hermann-Hesse-Stadt gebacken werden.

Vor den Augen des neuen Trainers Rolf Schlotter zeigten insbesondere Kapitänin Leonie Pfrommer, Neuzugang Patricia Lebherz und Allein-Schlagfrau Fenja Stallecker starke Leistungen, auch wenn der stark beschäftigten Hauptangreiferin jeweils in Satz 3 die Konzentration ein wenig verloren ging und die Fehlerquote stieg.
Im ersten Spiel gegen den TV Segnitz stand somit ein neues Team auf dem Feld. Coach Schlotter beorderte Samantha Lubik an die – für alle ungewohnte – Zweitschlagposition neben Fenja Stallecker. Nadine Maisenbacher übernahm die gewohnte Zuspielposition, Leonie Pfrommer und Patricia Lebherz, Neuzugang aus Unterhaugstett, auf den Außen. Die Calwerinnen, vor allem in Person von Fenja Stallecker, drehten geradezu auf. Über 5:2 und 7:3 gewannen sie den ersten Satz gegen die Mainfränkinnen deutlich. Im zweiten Durchgang das umgekehrte Bild. Svenja Schröder auf Segnitzer Seite zeigte Abwehr- und Angriffsfaustball vom Feinsten. Nach erneutem Wechsel folgte ein spannender Schlagabtausch. Ein 2:4 drehte Calw in ein 6:4, um dann wieder 6:8 hinten zu liegen. Bei 8:10 verwandelte Svenja Schröder für die Gäste. Danach lief bei Calw nicht mehr viel zusammen. Samantha Lubik und Nadine Maisenbacher ließen ihre gewohnte Sicherheit und Schnelligkeit vermissen – beide kamen gehandicapt direkt zum Einsatz. „Samy“ Lubik lag drei Wochen wegen Grippe flach und konnte nicht trainieren. Nadine Maisenbacher, sonst eine Bank, ist mit Rückenschmerzen in therapeutischer Behandlung.

Foto links: Sascha Schmidberger und Bianca Ohngemach waren zufrieden – mehr als 100 Zuschauer und gute Werbung für unseren Förderverein. Foto: SH
Danach stand der amtierende TSV Dennach gegenüber. Lange hielt Calw im ersten Durchgang mit, dann setzten sich die in Bestbesetzung – mit Sonja Pfrommer, Maya Mehle, Anna-Lisa Aldinger, Ann-Kathrin Motteler und Denise Zeiher – angetretenen Pink Ladies durch. Trainer Schlotter wechselte Elisa Becht für die nun platte Samantha Lubik vorn rechts ein und diese Maßnahme zahlte sich aus. Das Spiel und vor allem die Heimmannschaft nahm Fahrt auf, setzte sich ab Satzmitte ab und glich aus. Dennach wechselte die Positionen Motteler-Aldinger und nun spielte der Gast seine Stärke aus. Bei deutlicher Dennacher Führung gelang Maya Mehle auf Dennacher Seite ein spektakuläres Rückspiel aus dem gegnerischen Feld, kurz darauf rutschte Nadine Maisenbacher ein Zuspiel weg. Dennach gewann letztlich klar.

Ein Highlight im Anschluss: Abteilungsleiter Bernd Pfrommer (links, Foto: Roland Wurster) gratulierte der mehrmaligen Calwer Weltmeisterin Henriette Schell zur Ehrung als TSV-Calw-Sportlerin des Jahres sowie zu Platz 3 bei den World Games 2025 im chinesischen Chengdu – und wünschte ihr gute Besserung, „damit du uns bald wieder unterstützen kannst“.
Ein sehenswertes Duell lieferten sich die Gästeteams – zunächst auf Augenhöhe und einem besseren Satzende für Dennach. Doch mit zunehmender Dauer erhöhte der TV Segnitz die Schlagzahl. Neben der bärenstarken Svenja Schröder legte nun Neuzugang Lea Hoyer (vom ASV Veitsbronn gekommen), die in dieser Begegnung anstelle von Luisa Kaemmer angreifen durfte, ihre anfängliche Nervosität allmählich ab. Aus einer sattelfesten Abwehr und aus blitzsauberem Zuspiel heraus ließ Svenja Schröder die Pink Ladies mehrfach ins Leere laufen. Zwei vergebene Satzbälle für Dennach in Durchgang 4, ein toller Stoppball Schröders und ein Leinenfehler Sonja Pfrommers sorgten für die Entscheidung. Segnitz setzte damit ein deutliches Zeichen, dass mit ihnen mehr denn je zu rechnen ist.
Stimmen zum Spieltag
Maya Mehle (TSV Dennach): „Wir haben mit einem schwierigen Auftakt gerechnet, und so war er dann auch. Es hat bei uns in der Abstimmung und Absprache gemangelt und wir sollten mutiger werden. Aber die Saison hat gerade erst begonnen. Wir freuen uns schon auf die Revanche im Rückspiel gegen Segnitz.“
Antonia Fuchs (TV Segnitz): „Wir haben uns nach Anfangsschwierigkeiten gegen Calw reingekämpft. Zwei Siege gegen diese Gegner, das tut uns gut. Wir wollen zur DM.“
Leonie Pfrommer (TSV Calw): „Wir können trotz zweier Niederlagen zufrieden mit unserer Leistung sein, denn die Vorbereitung war schwer und diese zwei Gegner zum Auftakt natürlich undankbar. Wir sind noch nicht eingespielt, aber das wird kommen. Nächsten Sonntag fahren wir nach Mannheim und treten gegen Käfertal und Pfungstadt an – in diesem Bereich sehen wir uns in diesem Jahr, Platz 3 ist unser Ziel, auch wenn das nicht für die Final-Four-Qualifikation reicht. Dennach und Segnitz werden das wohl für sich ausmachen.“
Rolf Schlotter (Trainer Calw): „Wir standen heute erstmals in dieser Konstellation auf dem Platz und brauchen einfach ein bisschen Zeit, bis Nadine und Samy wieder voll da sind. Bis sich eine Mannschaft eingespielt und abgestimmt hat, das dauert einfach eine Weile. Heute war vor allem das Zuspiel entscheidend. Wenn das nur zwei, drei Mal pro Satz nicht passt, wird das auf dem hohen Niveau unserer Gegnerinnen heute eiskalt bestraft. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns entwickeln und finde, dass die Mädels zeitweise richtig stark gespielt haben.“

