Goldrausch – Das Löwenrudel krallt sich den Titel! Ein Rückblick auf die DM


Foto: DFBL

11.03.2019
Noch nie setzten die Calwer Bundesliga-Faustballerinnen ihre Pläne so konsequent um: „Goldrausch – Das Löwenrudel krallt sich den Titel 2019! Das war unser Motto zu Beginn dieser Hallenrunde“, berichtete Sandra Janot, die Spielführerin des neuen deutschen Meisters, überglücklich. Auftrag erledigt. Der zweite Teil der Ankündigungen wurde ebenfalls umgesetzt: „Jetzt wird auf der langen Heimfahrt natürlich gefeiert!“ Auf 640 Kilometer Wegstrecke zwischen dem DM-Spielort Moslesfehn bei Oldenburg und der Heimat Calw war genügend Zeit, den großen Triumph mehrmals aufleben zu lassen. Sandra Janot: „Wir haben es so oft versucht, jetzt hat es endlich geklappt. Als Kellinghusen uns im Endspiel den ersten Satz des Turniers abgenommen hat, haben die Knie dann doch noch einmal gezittert. Aber wir wussten, was wir können und haben es dann auch gezeigt.“

 

Der erste DM-Titel bei der 17. Endrunden-Teilnahme: Eine Befreiung für die Mannschaft, für Trainerin Elke Schöck, die Betreuer, Abteilung, Fans, den Verein. Stellvertretend hervorzuheben sind die Welt- und Europameisterinnen: Annika Bösch, die aus Selsingen nach Calw kam und nach ihrem dreijährigen beruflichen Aufenthalt im Schwäbischen wieder in den Norden zieht – mit ihrem ersten DM-Titel. Und Stephanie Dannecker, die herausragende Anführerin. Für beide war es nach größten internationalen Ehren der ersehnte Moment. „Dies ist ein ganz besonderer Titel in meiner Sammlung“, so die Vorzeige-Athletin Dannecker, die mit ihrem kraftvollen, aggressiven Stil den Frauenfaustball überragt. „Wir haben immer wieder Rückschläge und bittere Niederlagen eingesteckt. Diesen Winter aber waren wir über die gesamte Runde souverän und konzentriert. Das konnten wir an diesem Wochenende wiederspiegeln.“

 

In der Tat: Die Vorstellungen der Calwerinnen waren tadellos. Niemand bezweifelte, wer diesen Titel verdient hatte. Zu deutlich die 3:0-Siege in der Vorrunde gegen SV Tannheim (11:5, 11:2, 11:6) und den Nord-Zweiten VfL Kellinghusen (11:3, 11:4, 11:7). Zu dominant das Halbfinale gegen den besten Nord-Verein TV Brettorf, der ebenfalls mit 3:0 (11:5, 11:6, 11:5) vom Platz geschickt wurde. Wer ohne Satzverlust durchmarschiert und maximal sieben gegnerische Bälle pro Durchgang zulässt, ist natürlich Favorit im Finale.

 

Hier zeigte der VfL Kellinghusen, anders als am Vortag, seine Zähne. Die Schleswig-Holsteinerinnen, die im Gegensatz zum sensationell vorzeitig ausgeschiedenen TSV Dennach eher als Außenseiter galten, hatten nichts zu verlieren. Sandra Janot: „Wir waren überrascht von einem ganz anders aufspielenden Team. Aber auch solche brenzligen Situationen überstehen wir heute, anders als noch vor zwei Jahren. Wir konzentrieren uns mehr auf uns als auf die anderen.“ Zwei Sätze lang stand das Spiel auf Messers Schneide, weil VfL-Youngster Vemke Voß in der Abwehr zauberte und Schlagfrau Jacqueline Böhmker immer wieder mit Kurzbällen mittig in die Schnittstelle traf. Dann besannen sich die Schwarzwälderinnen auf ihre Stärken: Lisa Kübler verlegte sich auf die Defensive, Kurzbälle wurden von den schnellen Schlagfrauen abgefangen. Die Stamm-Fünf mit Lisa Küblers starken Zuspielen, den sicheren Abwehrkräften „Tigger“ Bösch und Sandra Janot sowie dem derzeit besten Angriffsduo Deutschlands – Stephanie Dannecker und Henriette Schell – drehte geradezu brutal auf. „Der Express rollt“, schwärmten auch die Kommentatoren im Web-Fernsehen sportdeutschland.tv, das alle Spiele live übertrug. Und so jubelten am Ende die Besten.

 

Für diesen „neuen“ TSV Calw stehen bewährte Kräfte. Auch wenn, wie in der Vorrunde, die jungen Laura Flörchinger (19, Zuspiel) oder U18-Weltmeisterin Leonie Pfrommer (17) standen, geriet der TSV nie unter Zugzwang sondern agierte sicher und stabil. Das harmonische Zusammenspiel in der Offensive verleiht dem Team Sicherheit. Hier die draufgängerische Stephanie Dannecker (26), daneben die souveräne Henriette Schell (20). „Steffi treibt das Team an und sorgt für spektakuläre Zauberbälle, sie übergibt Henny aber immer mehr Verantwortung und die bringt die nötige Coolness und Beständigkeit mit“, so Janot (27), die mit Lisa Kübler (24) das routinierte Rückgrat des TSV Calw bildet. Alles in allem und trotz so großer Erfahrung: ein Team mit Aussicht. Gut möglich, dass dies nicht der letzte Meistertitel war, den dieser Verein feiert.

 

Deutsche Meisterinnen: Stephanie Dannecker, Sandra Janot, Henriette Schell, Annika Bösch, Lisa Kübler, Laura Flörchinger, Leonie Pfrommer; Trainerin: Elke Schöck.

 

Stimmen

Sandra Janot, Spielführerin TSV Calw: „Es war ein unglaubliches Wochenende und das werden wir wohl nie vergessen! Die Stimmung war die komplette Runde super. Wir haben perfekt harmoniert und sehr intensiv gearbeitet – physisch wie psychisch. Auch neben dem Spielfeld haben wir viel Zeit miteinander verbracht, das schweißt zusammen. Wir sind ein total ausgeglichenes Löwenrudel. Egal, mit welcher Aufstellung: es läuft!“

 

Stephanie Dannecker, TSV Calw: „Nein, das war noch nicht mein Abschluss beim TSV Calw. Ich benötige nur eine Pause in der Halle. Beim Europapokal im Januar 2020 in Dennach will ich den TSV Calw aber nochmals unterstützen. In der Feldsaison bleibe ich dem Verein treu, das wird sich nicht so schnell ändern. Es war bisher eine so wundervolle Zeit und ich bin glücklich in meinem ,Rudel‘. Einmal Löwe, immer Löwe!“

Schwarzer Samstag, blaues Auge – Bronzemedaille!

10.03.2019
U16-Nachwuchs kämpft sich aufs SDM-Podium


„Das war nicht mal annähernd unser normales Niveau“, ärgerte sich Trainer Sascha Schmidberger über den misslungenen Auftakt seiner Schützlinge bei der Süddeutschen U16-Meisterschaft in Bad Liebenzell. Gerade hatte sein Team unerwartet und darüber hinaus deutlich 0:2 (4:11, 7:11) gegen Gastgeber TV Unterhaugstett verloren. Danach kämpfte sich der Schwabenmeister TSV Calw mühevoll ins Turnier. Zwei 1:1-Unentschieden gegen den starken Bayernmeister TV Segnitz (11:9, 9:11) sowie die Sächsinnen vom FV Glauchau (11:5, 6:11) reichten, um als Gruppen-Dritter nicht vorzeitig die Taschen packen zu müssen. Anders ausgedrückt: Nach einem „schwarzen Samstag“ kamen die jungen Löwinnen mit einem blauem Auge davon und nahmen sich feste vor, es am Sonntag besser zu machen. Und das gelang eindrucksvoll.

Im Viertelfinale wurde der zuvor starke MTV Rosenheim klar 2:0 (11:8, 11:8) besiegt, doch in der Vorschlussrunde waren die Fränkinnen aus Segnitz erneut der Gegner, Calw unterlag nach nervösem ersten Durchgang und mit etwas Pech im zweiten Satz 0:2 (6:11, 10:12). „Jetzt wollen wir wenigstens aufs Treppchen“, gaben die sechs Sportlerinnen um Schlagfrau Helena Bär ihr Ziel aus: Nach einem spannenden 2:1 (11:6, 6:11, 11:9) gegen TV Hohenklingen nahmen sie strahlend die Bronzemedaillen entgegen. Den Titel schnappte sich der TV Vaihingen/Enz, der Segnitz 2:1 schlug.

SDM U16, Bronze für: Helena Bär, Fanny Hopp, Lea König, Denise Langgärtner, Lea Pfizenmaier, Angelina Schmidberger.
 
 

Der TSV Calw ist DEUTSCHER MEISTER!!!


10.03.2019
"Soooo ein Tag, so wunderschön wie heute…". Oder besser: "An Tagen wie diesen…"?
Egal, Hauptsache Jubelklänge auf die Calwer Faustballfrauen! Erstmals wurden die Calwer "Löwinnen" deutscher Meister!

Drei Hammer-Siege und eine abgebrühte Leistung im Endspiel zeigten unsere starken Frauen: Stephanie Dannecker und Henriette droschen den Gegnerinnen an diesem Wochenende die Bälle nur so um die Ohren. Die Abwehr mit unseren erfahrenen Lisa Kübler, Sandra Janot und Annika Bösch, ergänzt von den jungen Wilden Laura Flörchinger und Leonie Pfrommer, hatte fast immer alles im Griff.

Vorrunde: TSV Calw – SV Tannheim 3:0 (11:5, 11:2, 11:6), TSV Calw – VfL Kellinghusen 3:0 (11:3, 11:4, 11:7).
Halbfinale: TSV Calw – TV Brettorf 3:0 (11:5, 11:6, 11:5)
Endspiel: TSV Calw – VfL Kellinghusen 3:1 (12:10, 8:11, 11:4, 11:3)
Ausführlicher Bericht folgt.

 

Calw mit zwei klaren Siegen: DM-Halbfinale!

09.03.2019
Mit zwei klaren 3:0-Siegen haben sich unsere "Löwinnen" in eine Favoritenrolle gespielt. Während der SV Tannheim und überraschend der TSV Dennach vorzeitig ihre Sporttaschen packen müssen, überzeugten die Calwerinnen auf ganzer Linie. Aber Vorsicht: Am Sonntag geht es gegen den Nord-Primus TV Brettorf! Zuvor, ab 10 Uhr, findet das erste Halbfinale statt: Der Gastgeber SV Moslesfehn trifft auf den VfL Kellinghusen.
In beiden Begegnungen setzte Trainerin Elke Schöck zunächst auf ihre "Routine-Fünf" mit Steffi Dannecker und Henriette Schell mit dem Abwehrtrio Annika Bösch, Sandra Janot und Lisa Kübler. Auch Laura Flörchinger (Mitte, für Lisa Kübler) und in der ersten Begegnung Leonie Pfrommer (für "Tigger" Bösch) durften zeigen, was sie drauf haben.
Auf www.sportdeutschland.tv sind die Begegnungen live zu verfolgen.
Ergebnisse:
TSV Calw – SV Tannheim 3:0 (11:5, 11:2, 11:6)
TSV Calw – VfL Kellinghusen 3:0 (11:3, 11:4, 11:7)