Männer 1, 1. Bundesliga Süd

08.06.2019
„Löwen“ planen für die DM-Endrunde: 5:0-Erfolg beim Tabellenschlusslicht TV Vaihingen/Enz

Die Zielsetzung des TSV Calw beim letzten Vorrunden-Spieltag der 1. Faustball-Bundesliga war klar: einen hohen Sieg einfahren und damit die Basis für die DM-Teilnahme schaffen. Auftrag erledigt: die „Löwen“ eroberten mit einem 5:0-Erfolg beim Tabellenletzten TV Vaihingen/Enz Platz 2 in der Süd-Staffel zurück.
TV Vaihingen/Enz – TSV Calw 0:5 (12:14, 3:11, 5:11, 9:11, 4:11)
Am Alten Postweg, auf den Höhen von Vaihingen/Enz, hatte der Favorit gegen das stark verjüngte Gastgeber-Team aber zunächst Mühe. Trainer Thomas Stoll setzte auf seine Parade-Fünf mit Raphael Schlattinger, Dennis Gruber, Nick Stoll, Philipp Kübler und Mathias Zierer, doch die jungen Vaihinger erwiesen sich als zähe Gegner. Erst in der Verlängerung erkämpfte sich der Gast die Satzführung. Dann aber kam die Calwer Lok ins Rollen. Schnell baute der DM-Dritte von 2018 eine deutliche Führung aus, nach einem Doppelwechsel durften Nico Stoll (für Gruber) und – bei seinem Debüt im TSV-Bundesligadress – Nils Hantke für (Nick Stoll) den zweiten Durchgang locker ins Ziel bringen. Anschließend kam wieder der erfahrene Dennis Gruber aufs Feld, Calw blieb souverän. In der – nach jeweils drei Sätzen fälligen – Zehn-Minuten-Pause sammelte der Gastgeber wieder Kräfte, hielt beeindruckend dagegen, doch die abgezockten Calwer gingen mit 4:0 Sätzen in Front. Der Rest war Formsache.
Mit dem erwarteten Erfolg liegt der TSV Calw nach der Hinrunde auf Platz 2, mit vier Sätzen Vorsprung auf den punktgleichen TV SW-Oberndorf, und darf schon vorsichtig für die DM-Endrunde kalkulieren. Wie im Vorjahr wird die Liga nun zweigeteilt: Die Top-Vier TSV Pfungstadt (14:0 Punkte), TSV Calw, TV SW-Oberndorf (je 10:4) und TV 1880 Käfertal/8:6) treffen jeweils nochmals aufeinander. Die Punkte aus der Hinrunde werden mitgenommen, los geht es voraussichtlich am letzten Juni-Wochenende. Die am Ende drei Bestplatzierten dürfen zur Deutschen Meisterschaft nach Kellinghusen (Mitte August). Ziel der Calwer ist, Platz 2 erfolgreich zu verteidigen. Die Fünft- bis Achtplatzierten FBC Offenburg (8:6), TV Unterhaugstett (4:10), TV Augsburg und TV Vaihingen/Enz (je 2:12) machen die zwei Absteiger unter sich aus.

19.05.2019
TSV Calw feiert wichtige Erfolge
Bundesliga-„Löwen“ gewinnen zweimal 5:2 und beißen sich an Unterhaugstett fast die Zähne aus
Calw/Schweinfurt (sh). Der erste Kommentar von Thomas Stoll, Trainer des TSV Calw, nach dem 5:2-Sieg gegen TV Unterhaugstett machte deutlich, dass die Angelegenheit in Wirklichkeit auf Messers Schneide stand. „Arsch über Latte“ – anders gesagt: das war knapp! Und sogar anstrengender als der ebenso klare Sieg am Vortag beim nominell stärkeren Gegner, dem TV SW-Oberndorf.
TV SW-Oberndorf – TSV Calw 2:5 (6:11, 6:11, 9:11, 7:11, 11:8, 11:8, 9:11)
In beiden Begegnungen des Wochenendes setzte Stoll auf die Paradeaufstellung Raphael Schlattinger, Dennis Gruber, Nick Stoll, Philipp Kübler und Mathias Zierer. In Schweinfurt dominierten die Calwer von Beginn an, sodass auch das Heimpublikum anerkennend nickte. Im dritten Satz lagen die Oberndorfer zunächst klar vorn, aber der lange Oliver Bauer drosch drei Mal in Folge die Kugel ins Nirvana. Die Calwer bedankten sich, gingen mit einer beruhigenden 3:0-Satzführung in die erste Pause und erhöhten anschließend noch. Zwar hatte der TVO sehr gute Zuspiele, doch Bauer konnte die Vorlagen nur selten nutzen. Auf der anderen Seite gelang es Schlattinger immer wieder, den überragenden Faustballer auf TVO-Seite Fabian Sagstetter mit harten Rückschlägen zu überwinden. Zwar spielten die Franken häufig Schlattinger an, um dessen Angriffe zu unterbinden, doch dafür punktete Philipp Kübler mit einer starken Erfolgsquote.
Erst spät kamen die Franken in Fahrt „und wir ließen ein paar Prozent nach – das rächt sich“, so Nick Stoll rückblickend. Im fünften Durchgang führte der TVO 7:1, ehe die Gäste noch ausglichen, aber die Hausherren schafften den ersten Satzgewinn und setzten gleich den zweiten nach. Die zweite 10-Minuten-Pause war dringend notwendig für die Calwer. Beide Teams suchten in der Folge die Entscheidung, ein hochklassiger siebter Satz sah Oberndorf und Calw bis zum 9:9 auf Augenhöhe. Dann wechselten Nick Stoll und Philipp Kübler die Positionen, Bauer ließ sich irritieren und verfehlte sein Ziel. Mit einem ungemein frechen Kurzball nutzte Raphael Schlattinger gleich die erste Chance zum klaren Matchgewinn. Für die Schweinfurter entwickelt sich der TSV Calw mit dem dritten Sieg in Serie langsam zum Angstgegner.
TSV Calw – TV Unterhaugstett: (11:8, 11:13, 4:11, 11:9, 13:11, 11:5, 11:5)
Noch nie kamen so viele Faustball-Fans an die Calwer Anlage am Altburger Aischbach: 200 Zuschauer bekamen ein rassiges Lokalderby geboten. Der TV Unterhaugstett hatte zwar noch nie ein Punktspiel gegen den „Lieblingsgegner“ verloren, war aber Außenseiter – und präsentierte sich einmal mehr als äußerst unbequemer Kontrahent. Zunächst dominierten die Hausherren, führten im ersten Satz 7:2. Dann rutschte Dennis Gruber bei einer Aktion aus, zerrte sich und musste ausgetauscht werden. Philipp Kübler rückte vor, Leandro Schmidberger füllte die Abwehrlücke. Calw brachte den Satz sicher durch, aber dann wendete sich das Blatt. Die TVU-Angreifer Michael Ochner und Robin Gensheimer befeuerten mit knallharten langen Bällen den jungen Schmidberger aus allen Rohren. 6:9 stand es aus Calwer Sicht, dann brachte Schlattinger mit einer Körpertäuschung bei einer vermeintlichen Blocksituation sein Team zum Ausgleich, doch in der Verlängerung machte der glänzend aufgelegte Ochner den Unterschied, punktete doppelt zum Satzausgleich. Anschließend erhielt Gruber grünes Licht vom TSV-Physio Philipp Löwe. Seine Einwechslung brachte aber zunächst keine Sicherheit. Die Unterhaugstetter liefen förmlich heiß. In der Abwehr zogen Markus Katz, Stefan Koch und vor allem Max Winkler in der Mitte, was ging. Der Gast demonstrierte Faustball vom feinsten und verzückte die mitgereisten Fans. 4:11, 1:2 der Spielstand zur ersten 10-Minuten-Pause.
Danach folgte die spannendste Phase der Begegnung. Trainer Stoll beorderte Dennis Gruber überraschend in die Abwehr, schickte Kübler nach vorn. Bis zum 6:6 war der Satz offen, dann zog Unterhaugstett davon (6:9), ehe plötzlich Calws Schlattinger wieder aufdrehte (10:9) und nach einer Glanzparade Grubers den Satzball eiskalt verwertete. Der fünfte Satz wird für alle Beteiligten lange unvergessen bleiben: Erneut stieg Unterhaugstett stark ein, zog auf 1:6, 2:9 und 4:10 davon. Doch ausgerechnet der zuvor herausragende Ochner bekam den Zitterarm, setzte auf Sicherheitsangaben und die Calwer holten Ball um Ball auf. Plötzlich stand es 10:10, sogar 11:10. Ochner glich nochmals aus, Schlattinger konterte per Ass und Ochner spielte seine Angabe ins Seitenaus. Calw führte mit 3:2 Sätzen. Bitter für den Gast.
Der eigentlich so starke Max Winkler musste bei den Rot-Schwarzen dem Routinier Sebastian Buck weichen, Katz rückte in die Mitte. Das half den Gästen aber nicht, den Schock zu verdauen. Die Calwer hingegen besannen sich in den letzten zwei Sätzen auf ihre technischen Stärken und ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit den zwei Siegen rangiert der TSV nun auf Platz 2 der Tabelle und hat beste Chancen, sich wie 2018 für die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Nächsten Samstag ab 16 Uhr treffen die Calwer zu Hause auf den Tabellenführer, den beinahe unschlagbaren TSV Pfungstadt. Dieses Spitzenspiel wird übrigens im Internet gezeigt: Die Web-Plattform www.sportdeutschland.tv überträgt mit drei Kameras – eine Premiere für die Liga und, so Thomas Stoll, „eine tolle Chance, Faustball in die Öffentlichkeit zu tragen.“ Trotzdem: Ein Live-Erlebnis wie das gegen „Nachbar“ TVU kann die Mattscheibe natürlich nicht ersetzen.
Max Winkler, TV Unterhaugstett: „Wir waren natürlich in der Außenseiterrolle, doch nachdem die Calwer sieben Sätze vom Vortag in Schweinfurt in den Knochen hatten, glaubten wir an eine Chance. Wir hätten im fünften Satz den Sack zumachen müssen. Dennoch haben wir die bisher beste Saisonleistung gezeigt und wenn wir dies öfter auf den Platz bringen, werden wir nicht absteigen. Jetzt geht es gegen Käfertal und Augsburg, das sind definitiv die wichtigsten Spiele.“
Nick Stoll, TSV Calw: „Das war wieder ein typisches Derby. Gegen uns geben die Unterhaugstetter wirklich alles. Wir haben uns sehr schwer getan und nach dem misslungenen dritten Satz war es gut, dass eine Pause kam. Dann haben wir endlich das erste Pflichtspiel gegen diesen Gegner gewonnen. Jetzt freuen wir uns auf das Spitzenspiel nächsten Samstag gegen Pfungstadt. Wir haben nichts zu verlieren und wollen auf Sieg spielen!“
Thomas Stoll, Trainer TSV Calw: „Das war unser bisher schwächstes Spiel dieser Runde, erst in den letzten Sätzen haben wir auf normalem Level gespielt. Der zwischenzeitliche Ausfall von Dennis Gruber und das Spiel vom Vortag in den Knochen, das war nicht hilfreich. Aber es tut gut, auch mal ein schlechteres Spiel zu gewinnen. Wenn alles normal läuft, verlieren wir jetzt gegen Pfungstadt und gewinnen noch beim Tabellenletzten Vaihingen/Enz. Dann hätten wir die DM-Teilnahme fast schon sicher. Wäre super, wenn wir als Süd-Zweiter dort hinkommen. Dieses Wochenende war ein großer Schritt.“

05.05.2019
Makelloser Saisonstart: TV Augsburg und TV 1880 Käfertal ohne Chance

Kälte und Regen zum Saisonstart der Faustball-Bundesliga konnten den TSV Calw nicht bremsen und auch Aufsteiger TV Augsburg sowie der hoch eingeschätzte TV 1880 Käfertal waren keine Hindernisse: Die „Löwen“ besiegten beide Kontrahenten souverän und gaben dabei keinen Satz ab.

TV Augsburg – TSV Calw 0:5 (3:11, 8:11, 7:11, 9:11, 6:11).
Die bayrischen Schwaben sahen bei ihrem Bundesliga-Debüt gegen den letztjährigen Dritten der deutschen Meisterschaft kein Land. Der Calwer Neuzugang Dennis Gruber war in der Fuggerstadt noch nicht dabei. So berief Trainer Thomas Stoll seinen Allrounder und Jung-Nationalspieler Philipp Kübler neben Raphael Schlattinger nach vorn. Die zentrale Position besetzte Nick Stoll, flankiert von den Abwehrspezialisten Lukas Gruner und Mathias Zierer. Diese eingespielte Fünf dominierte unter den widrigen Bedingungen auf dem Rasen von Beginn an, ging zügig in Führung. „Wir wussten zuvor nicht recht, was uns erwartet, da wir gegen Augsburg erst selten gespielt haben“, so Philipp Kübler. „Aber wir waren entspannt und kamen gut in die Begegnung. Hinten standen wir einfach perfekt und verwerteten vorne die Chancen, ohne viele Eigenfehler zuzulassen.“ Kurz: Das Spiel wurde zum ungleichen Duell. Lediglich im vierten Satz kamen die Augsburger zeitweise heran, doch nach knapp über einer Stunde hatten die TSV-Männer ihren Favoritensieg eingetütet.

TSV Calw – TV 1880 Käfertal 5:0 (11:7, 11:7, 11:3, 11:6, 11:6)
Am Sonntag stand den Calwern auf dem heimischen Faustballplatz am Aischbach ein ganz anderes Kaliber gegenüber: Der TV Käfertal aus Mannheim gehört seit Jahren zu den besten deutschen Teams und verfügt über eine sichere Abwehr sowie in Nationalangreifer Nick Trinemeier über einen herausragenden Schlagmann. Die rund 80 Zuschauer begrüßten Neuzugang Dennis Gruber, der im TSV-Dress neben Raphael Schlattinger auflief. Erneut deckte Nick Stoll die Mitte ab, Kübler zog in die Defensive, zusammen mit Mathias Zierer. Lukas Gruner, der in Augsburg wie alle Kameraden sehr stark agierte, musste seinen Platz räumen.

„Wir hatten ein schweres Spiel erwartet, denn auch die Käfertaler waren souverän, mit einem 5:0-Sieg gegen den FBC Offenburg, in die Saison gestartet“, so Kübler. Doch erneut überzeugte der TSV Calw von Beginn an. In der Abwehr rutschte fast kein Ball hinten durch, die Zuspiele aus der Zentrale kamen blitzsauber. Gruber parierte mehrere Kurzbälle und der einmal mehr bärenstarke Schlattinger drosch aus dem Rückschlag oder mit Klasse-Angaben seine Calwer zügig in Richtung Satzgewinne. Anfangs hatte Trinemeier noch versucht, den Schweizer Linkshänder aus dem Spiel zu nehmen, stattdessen versenkte aber Kübler, aus der Abwehr kommend, zwei, drei starke Angriffsbälle und traf damit ins Herz der Kurpfälzer. Denn in der Folge zeichnete sich schnell ab, dass die Käfertaler und Trinemeier kein Rezept gegen die Spielfreude und Perfektion der Calwer finden sollten. Kurz: Der TSV war dem Gast an diesem Tag in allen Belangen überlegen – abzulesen an den hohen Satzgewinnen, die nach 1:15 Stunden in einem klaren Gesamtergebnis mündeten.

Im Kampf um die Top-3-Plätze in der 1. Bundesliga Süd und damit auf dem Weg zur Endrunde um die deutsche Meisterschaft haben die Calwer einen Konkurrenten erst mal distanziert. „Das war ein großer Schritt“, so Kübler. Der nächste soll am nächsten Samstag folgen: Dann gastieren die „Löwen“ beim FBC Offenburg, der Augsburg 5:4 besiegte. Für Philipp Kübler, den 21-jährigen Nationalspieler, ist klar: „Diesen Gegner dürfen wir nie unterschätzen, aber wir sind nun wohl der Favorit.“
TSV Calw: Raphael Schlattinger, Philipp Kübler, Nick Stoll, Mathias Zierer, Lukas Gruner, Dennis Gruber.

Spieltage Feldrunde 2019
Samstag, 4. Mai, 16 Uhr TV Augsburg – TSV Calw 0:5 (3:11, 8:11, 7:11, 9:11, 6:11)
Sonntag, 5. Mai, 14 Uhr TSV Calw – TV 1880 Käfertal 5:0 (11:7, 11:7, 11:3, 11:6, 11:6)
Samstag, 11. Mai, 16 Uhr FBC Offenburg – TSV Calw
Samstag, 18. Mai, 16 Uhr TV SW-Oberndorf – TSV Calw
Sonntag, 19. Mai, 14 Uhr TSV Calw – TV Unterhaugstett
Samstag, 25. Mai, 16 Uhr TSV Calw – TSV Pfungstadt
Sonntag, 2. Juni, 16 Uhr TV Vaihingen/Enz – TSV Calw
anschließend finden die drei Platzierungsspiele 1-4 und 5-8 statt.
6. + 7. Juli: Men's Champions Cup in Pfungstadt
11. bis 18. August: Weltmeisterschaft Männer in Winterthur/Schweiz
31. August + 1. September: Deutsche Meisterschaft in Kellinghusen

November 2019
2./3. November
Beginn der Hallensaison 2019/2020


29.04.2019
Obere Tabellenhälfte ist das Ziel
Faustball-Männer des TSV Calw mit neuem Angreifer vor „richtungweisendem“ Bundesligastart


Ihr erstes Jahr in der 1. Bundesliga haben die Faustballmänner des TSV Calw hinter sich – mit gemischten Gefühlen: Eine sensationelle Feldrunde 2018 krönten die „Löwen“ mit Platz 3 bei der deutschen Meisterschaft. Dann folgte eine Hallenrunde voller Verletzungspech und der Abstieg. Mit frischem Selbstbewusstsein und einem „Doppelstart“ geht es nun am Wochenende ins zweite Jahr.

„Das wird gleich ein richtungweisender Beginn“, blickt Trainer Thomas Stoll voraus. Am Samstag (16 Uhr) geht es beim Aufsteiger TV Augsburg um einen guten Auftakt und die ersten Pluspunkte. Am Sonntag um 14 Uhr gastiert dann der TV 1880 Käfertal in Calw-Altburg. Gerade das Spiel gegen die starken „Käfer“ aus dem Mannheimer Norden kann für den weiteren Saisonverlauf bedeutend werden. Denn wie im Vorjahr wird nach folgendem Modus gespielt: Alle acht Teams treffen je einmal aufeinander, danach wird gesplittet: Die Erst- bis Viertplatzierten der Tabelle treten nochmals gegeneinander an und die drei Besten dürfen zur Endrunde um die deutsche Meisterschaft, Ende August in Kellinghusen/Schleswig-Holstein. Die Fünft- bis Achtplatzierten hingegen müssen die zwei Absteiger ermitteln.

„Damit wollen wir aber nichts zu tun haben, unser Ziel ist die obere Tabellenhälfte“, so Stoll, der dies seiner Mannschaft nach dem herausragenden Vorjahres-Sommer absolut zutraut. Sein bewährter Kader ist fast komplett beisammen geblieben. Allerdings fällt Abwehrspieler Heiko Bestle mit Kreuzbandverletzung voraussichtlich die komplette Saison aus. Dafür ist Mathias Zierer, der letztes Jahr lange Zeit ausfiel, wieder dabei. Lukas Gruner und Nick Stoll sowie der nachrückende Leandro Schmidberger hoffen ebenfalls auf Einsätze, ebenso wie Angreifer Nico Stoll. Zuspieler Philipp Kübler ist nach seinem starken Debüt mit der A-Nationalmannschaft hochmotiviert. Die Lücke, die Routinier Bernd Bodler nach seinem Karriereende im Angriff hinterlässt, wird adäquat gefüllt: Vom TV Wünschmichelbach kommt Dennis Gruber nach Calw. Der 24-Jährige aus Nordbaden ist den Schwarzwäldern schon lange verbunden: Seine Freundin Samantha Lubik ist TSV-„Löwin“, er selbst trainierte häufig mit den Männern und betreute bei der letzten DM in Ahlhorn den überragenden Raphael Schlattinger von der Seitenlinie.„Dennis hat enormes Spielverständnis, kann gut abwehren, ist schnell. Eine tolle Ergänzung zu Raphael“, weiß Trainer Stoll. Gruber spielte im U18- und U21-Kader sowie in der Nationalmannshaft. Seine „Achillesferse“ ist – typisch Schlagmann – die Schulter. Doch nach langer Verletzungspause ist Gruber nun wieder da und soll die Calwer beflügeln. Für Trainer Stoll ist die Marschroute am Wochenende klar: „In Augsburg müssen wir die Punkte holen, gegen Käfertal gibt es ein Schlüsselspiel mit 50:50-Chance. Wichtig ist, dass wir voll fokussiert sind. Gibst du nur zehn Prozent weniger, dann reicht es in der Bundesliga nicht.“ Dies gilt besonders im heißen Kampf um die vier begehrten Top-Plätze, von denen einer quasi schon an den weltbesten Verein TSV Pfungstadt vergeben ist. Auf die übrigen drei Ränge hoffen neben dem TSV Calw und dem TV 1880 Käfertal auch der TV Schweinfurt-Oberndorf, FBC Offenburg und TV Vaihingen/Enz. „Und dann sind da noch die Wundertüten TV Augsburg und TV Unterhaugstett“, so Thomas Stoll, „kein einziges Spiel ist ein Selbstläufer.“ Das könnte spannend werden.

Der Bundesliga-Spaß geht weiter

Das Saisonziel der Calwer Faustball-Männer ist klar: Als letztjähriger Zweiter der 2. Bundesliga Süd und etwas überraschender Aufsteiger geht es nun natürlich darum, sich nach starkem Hallen-Debüt nun auch „outdoor“ in der höchsten Spielklasse zu etablieren. Oder anders gesagt: den Abstieg zu verhindern.
 
Dennoch dürfen die "Löwen" das Grün der Bundesliga-Bühne mit breiter Brust betreten. Sie erreichten beim Internationalen Frühjahrsturnier in Vaihingen/Enz unter 24 internationalen Spitzenteams immerhin das Viertelfinale. Doch in der Liga geht es um die wirklich wichtigen Punkte. Und da meinte es die Spielplangestaltung nicht gut mit den Mannen von Trainer Thomas Stoll. Das erste Wochenende verlangt mit dem Auftritt beim vielfachen Weltpokalsieger TSV Pfungstadt mit einem wieder genesenen Superstar Patrick Thomas sowie dem Heimspieldebüt am Altburger Aischbach gegen TV SW-Oberndorf zwei Extremaufgaben ab.

Doch die letzte Hallenrunde, mit den ersten Auftritten überhaupt für den TSV Calw in der 1. Bundesliga, machte Mut. Der Neuling mochte sich nicht der allgemeinen Meinung anschließen, dass er zu den Abstiegskandidaten zählt, sondern holte auch gegen vermeintlich Übermächtige echte „Big Points“ und begeisterte das Calwer Publikum. Am Ende stand eine 16:12-Punkte-Ausbeute.

Personell sind die Voraussetzungen für den angestrebten Verbleib im Establishment gegeben. Vor allem, weil Routinier Bernd Bodler auch im 35. Lebensjahr noch eine Saison dranhängt und im Angriff an der Seite des athletischen Schweizer Nationalschlagmanns Raphael Schlattinger seine Erfahrung einbringt. „Back-up“ bleibt der aufstrebende Trainersohn Nico Stoll. Der junge Moritz Pfrommer wechselt zum TSV Grafenau und hofft auf Zweitligaeinsätze, im Gegenzug kam das Junioren-Talent Mathias Zierer als Abwehr-Ersatz für Marco Stoll, der eine Auszeit nimmt. Nick Stoll wird weiterhin in der Mitte ackern und Philipp Kübler die Abwehr stärken.

Ein neuer Modus erschwert Planungen und Spekulationen in der Männer-Bundesliga: Nach der Hinrunde, jeder gegen jeden, wird gesplittet: Die Erst- bis Viertplatzierten spielen nochmals gegeneinander um drei Startplätze bei der deutschen Meisterschaft in Ahlhorn. Die Fünft- bis Achtplatzierten kämpfen untereinander gegen zwei Abstiegsplätze. Eine Prognose ist schwierig zu stellen. Favoriten auf die Top-4-Plätze sind die Calwer Auftaktgegner Pfungstadt und Schweinfurt-Oberndorf, außerdem der TV Käfertal aus Mannheim und der MTV Rosenheim. Vielleicht aber gelingt es ja dem FBC Offenburg, dem TV Wünschmichelbach, TV Vaihingen/Enz oder TSV Calw, in die Phalanx der Großen einzudringen. Aber da oben ist die Luft sehr dünn.

Die Spieltage der 1. Bundesliga Süd, Feldrunde 2018

5. Mai, 16 Uhr in Pfungstadt
TSV Pfungstadt – TSV Calw 5:1 (10:12, 11:3, 11:5, 11:8, 11:4, 11:3)

6. Mai, 14 Uhr in Calw
TSV Calw – TV SW-Oberndorf 3:5 (11:9, 6:11, 11:8, 8:11, 9:11, 5:11, 11:5, 11:13)

12. Mai, 16 Uhr in Calw
TSV Calw – MTV Rosenheim 5:3 (11:8, 10:12, 5:11, 11:6, 11:7, 7:11, 11:9, 11:9)

26. Mai, 16 Uhr in Mannheim
TV 1880 Käfertal – TSV Calw 4:5 (10:12, 11:9, 11:4, 11:8, 7:11, 7:11, 14:12, 6:11, 4:11)
Spannend, spannender, TSV Calw! Wieder einmal erweisen sich die "Löwen" als Meister des Faustball-Marathons.
Als es schon aussah, als müsste Calw den Mannheimern bald zum Sieg gratulierten (1:3- und 3:4-Satzrückstand), drehten die Mannen von Trainer Thomas Stoll auf.

27. Mai, 14 Uhr in Calw
TSV Calw – FBC Offenburg 5:2 (12:14, 11:8, 6:11, 13:11, 11:2, 11:8, 11:7)
Rund 100 Zuschauer kamen nach Altburg, um die Calwer im mit Spannung erwarteten Vergleich mit Offenburg zu erleben. Es lohnte sich: Die Männer drehten einen 1:2-Satzrückstand in einen klaren Sieg. Wie schon tags zuvor in Käfertal spielen Raphael Schlattinger, Bernd Bodler, Nick Stoll, Philipp Kübler und Mathias Zierer. Als Back-up für die Abwehr stand Leandro Schmidberger bereit.

9. Juni, 14 Uhr in Calw
TSV Calw – TV Vaihingen/Enz

16. Juni, 16 Uhr in Weinheim
TV Wünschmichelbach – TSV Calw

23. Juni, 16 Uhr, Ort und Gegner noch offen
Hauptrunde, erster von drei Spieltagen

30. Juni, 16 Uhr, Ort und Gegner noch offen
Hauptrunde, zweiter von drei Spieltagen

21. Juli, 16 Uhr, Ort und Gegner noch offen
Hauptrunde, dritter und letzter Spieltag

18./19. August in Ahlhorn/Niedersachsen
Deutsche Meisterschaft Frauen + Männer