17.11.2024
Die Bundesliga-Männer des TSV Calw überzeugen gegen Aufsteiger TSV Karlsdorf auch kämpferisch und sehen den wichtigen nächsten Spielen optimistisch entgegen.
Leandro Schmidberger zeigte auch gegen Karlsdorf löwenstarke Abwehraktionen.
Foto: Bernhard Kaiser
Rekordverdächtig schnell war die Bundesliga-Begegnung zwischen den Calwer Löwen und dem Gast aus Karlsdorf vorbei. Nach exakt einer Stunde hatte der Favorit den glatten Sieg gegen den badischen Außenseiter eingefahren.
TSV Calw – TSV Karlsdorf 5:0 (11:2, 11:4, 11:2, 11:9, 11:8)
Vor Spielbeginn ergriff zunächst Calws Trainer Thomas Stoll das Mikrofon, um seinen Abwehrspieler Ricardo Lebherz in der Heimat willkommen zu heißen. Das Publikum applaudierte dem jungen Mann, der vor zwei Wochen als Kapitän die deutsche U18-Nationalmannschaft zum WM-Titel in Chile führte. Aufs Feld durfte der Jungspund aber zunächst nicht. Denn hier hat Stoll die Qual der Wahl: In den ersten Spielen dieser Hallenrunde überzeugten Leandro Schmidberger und Lukas Gruner auf ganzer Linie und Nick Stoll gibt einen hervorragenden Zuspieler. Der amtierende World-Games-Sieger Philipp Kübler konnte am Sonntag aufgrund einer Erkältung nur zusehen.
Was er und die rund 80 Zuschauer in der Walter-Lindner-Sporthalle erlebten, war eine einseitige Begegnung gegen einen Gast, dessen Abwehr an ihre Grenzen kam. Die Angreifer Christoph Schlindwein und Markus Just – Hauptschlagmann Florian Riffel fehlte – versuchten es vor allem mit direkten Anspielen auf Calws Kapitän Raphael Schlattinger, aber dessen Nebenmann Markus Kraut ließ sich nicht lange bitten und punktete.
Lediglich nach der Pause, im vierten Satz, gelang es dem Gast, aufgrund von Calwer Eigenfehlern und einigen gelungenen Aktionen, davonzuziehen. 2:8 stand es aus Sicht der Hausherren. „Das war dann aber eine Qualität, diesen Satz nicht herzugeben, sondern zu kämpfen, sauber und konzentriert zu spielen und das Ding noch zu drehen“, so Thomas Stoll. Im letzten Satz hatte Calw wieder alles im Griff. So ging das Spiel mit dem höchstmöglichen Ergebnis an die Calwer. Auch der U18-Champion Lebherz bekam noch seinen Auftritt und beförderte den Ball in mancher Abwehraktion an die Hallendecke. Die Umgewöhnung vom chilenischen Rasen in die Sporthalle ist noch nicht vollzogen.
Raphael Schlattinger, Schlagmann Calw: „Unsere Mannschaft spielt eine richtig gute Saison. Markus (Anm. Zweitschlagmann Kraut) ist richtig stark und blockt völlig angstfrei. Die Abwehr steht auf allen Positionen top, da kann man jeden gegen jeden tauschen.“
Thomas Stoll, Trainer Calw: „Wir sind mit 8:2 Punkten nun in einer guten Ausgangsposition. Jetzt kommen die entscheidenden Spiele. Wenn wir am 30. November in Schweinfurt gegen den TV Oberndorf gewinnen, was allerdings sehr schwer ist, dann haben wir anschließend beim TV Käfertal und gegen den TV Vaihingen/Enz gute Chancen, Tabellenplatz 2 zu halten und vorzeitig ins Playoff-Viertelfinale vorzustoßen.“


