Frauen 1, 1. Bundesliga Süd


15.09.2019

Weltpokalfinale: Bitteres Aus nach starkem Start

TSV Calw mit Sieg und Niederlage gegen Brasilianerinnen – dann ein 0:3 gegen TSV Jona

Salzburg (sh). Am Ende war die Hypothek, ohne Schlagfrau Henriette Schell im Konzert der Weltbesten mitzuspielen, einfach zu groß. Der TSV Calw schaffte nicht den erhofften Sprung ins Halbfinale.

Gegen die „Tigerinnen“ von der SG Novo Hamburgo aus Brasilien gewannen die Faustball-„Löwinnen“ des TSV Calw zum Auftakt überraschend sicher mit 3:0 (13:11, 11:6, 11:8), auch weil Stephanie Dannecker mit einer überragenden Punktequote auch aus der Angabe aufwartete. Die Calwerinnen, im Vorjahr sensationell Dritte bei ihrer ersten Weltpokalteilnahme, waren perfekt ins Turnier gestartet. Doch gegen den Clube Duque de Caxias, ebenfalls aus Lateinamerika, war aus Sicht der Schwarzwälderinnen kein Gras gewachsen. 0:3 (6:11, 2:11, 3:11), nur elf Ballgewinne für Calw – die Brasilianerinnen rückten verdient ins Halbfinale vor. Das hätten die TSV-Frauen mit einem Sieg über den TSV Jona auch noch schaffen können, doch die Schweizerinnen fanden die Schwachpunkte auf der anderen Seite und spielten von Beginn an wie aus einem Guss: 7:11, 4:11 – und bei 3:6 im dritten Durchgang, nach Einwechslung von Lisa Kübler auf die Zweitschlagposition, lief es endlich besser. Calw war drauf und dran, den Satzrückstand zu verkürzen, doch dann unterliefen wieder mehrere Zuspielfehler. Die Eidgenössinnen gewannen 12:10 (3:0).

Am Sonntag waren die Calwerinnen nur noch Zuschauerinnen und konnten beobachten, wie die Lokal-Kameradinnen vom TSV Dennach ganz souverän zum Weltpokalgewinn tanzten. Zuerst hatten Sonja Pfrommer & Co. am Freitag den TSV Jona nach Satzrückstand besiegt – 3:1 (8:11, 11:6, 11:8, 11:7) und ließ danach den brasilianischen Mitfavoriten Sogipa Porto Alegre souverän abblitzen – 3:0 (11:8, 11:8, 12:10). Im Halbfinale standen erneut die Damen vom Zürichsee, der TSV Jona, gegenüber. Jeder der drei Sätze war hart umkämpft, aber die Dennacherinnen blieben jeweils in der wichtigsten Phase der Durchgänge cool: 3:0 (11:7, 12:10, 11:9). Auch hier gab es ein Wiedersehen: Sogipa Porto Alegre, die Frauen vom „Glücklichen Hafen“, hatten zuvor in einem hochklassigen Halbfinale Duque de Caxias knapp besiegt. Doch erneut blieben die Dennacherinnen sehr konzentriert. Sie gewannen die Sätze 1 und 2 erneut nach starkem Finish, dann kämpften sich die Brasilianerinnen zurück und hätten fast zum 2:2 ausgeglichen, doch die Dennacherinnen zeigten ihre Zähne, setzten sich durch – 3:1 (11:8, 11:9, 8:11, 11:9) und holten sich hochverdient den wichtigsten Erfolg für eine Vereinsmannschaft im Faustball.

Das Turnier der Männer gewann der TSV Pfungstadt mit einem 3:0 im Finale gegen SG Novo Hamburgo.
 

01.09.2019
Minimalziel erreicht: Bronze für die Frauen

TSV Calw erleidet bei der Deutschen Faustball-Meisterschaft zwei bittere Niederlagen
 

Minimalziel erreicht, Träume geplatzt. Mit zwei ärgerlichen Niederlagen am Samstag und einem versöhnlichen Ausgang mit Bronzemedaille am Sonntag kamen die Bundesliga-Faustballteams des TSV Calw von der deutschen Meisterschaft in Kellinghusen zurück.
 

Diese Endrunde bot spannende und vor allem lange Duelle: Gleich fünf der acht Samstagsbegegnungen gingen über die volle Distanz von fünf Sätzen und so wurde am Ende die Zeit zu knapp. Das Halbfinalspiel der Männer zwischen dem TSV Hagen 1860 und dem TSV Pfungstadt begann mit zweistündiger Verspätung und musste nach vier Sätzen (2:2) vom Center Court auf einen Nebenplatz mit Flutlicht verlegt und dort beendet werden. Der haushohe Favorit aus Pfungstadt gewann und wurde mit einem 3:0 gegen den VfK Berlin im Endspiel einmal mehr deutscher Meister. Bei den Frauen blieben die Teams aus dem Süden komplett außen vor. Den Titel holte sich der Ahlhorner SV (3:1-Endspielsieg gegen TV Jahn Schneverdingen.
 

TSV Hagen – TSV Calw (Männer) 3:1 (5:11, 11:6, 11:8, 12:10)

Unter den jeweils sechs Männer- und Frauen-Teams waren beide Calwer Mannschaften dabei. Gentlemen first: Die Schützlinge von Trainer Thomas Stoll, Sensations-Dritte von 2018, kamen als Außenseiter nach Schleswig-Holstein, rechneten sich im Viertelfinale gegen den Nord-Zweiten aus Hagen dennoch eine Siegchance aus. Und zunächst sah es gut aus. Mit der bewährten Starting Five (Raphael Schlattinger und Dennis Gruber im Angriff, Philipp Kübler am Zuspiel, Nick Stoll und Mathias Zierer in der Abwehr) gelang ein Superbeginn. Auf 6:3 setzten sich die „Löwen“ ab, dann kam Hagen fast heran (6:5), ehe die entfesselten Schwarzwälder fünfmal in Folge punkteten.
 

Danach sollten zunehmend Kevin Schmalbach (Abwehr- und Zuspieler) und vor allem Angreifer Philipp Hofmann die Regie übernehmen und dem Hagener Spiel ihren Stempel aufdrücken. Beide kamen vor der Saison vom TV Voerde nach Hagen. Hofmann behielt sein Spiel bei, ging viel über den Calwer Hauptangreifer Schlattinger. So bekamen Dennis Gruber und vor allem Philipp Kübler, Zweitschlagmann aus der Mitte heraus, alle Fäuste voll zu tun. Alle drei wechselten während der Ballwechsel ständig die Positionen. Bis Satzmitte entwickelte sich ein enges Duell, dann stellte Hofmann sein Visier noch genauer ein und punktete immer häufiger. Schlattinger wurde nur selten präzise angespielt und wenn, dann hielt er mit rotzfrechen Trickbällen dagegen. Aber die Westfalen spielten einfach konstanter, brachten die Vorlagen sauber an die Leine, setzten sich ab und glichen nach Sätzen aus. Schlattinger kam danach kaum noch gegen die bärenstarke Abwehr mit Olaf Machelet, Kevin Schmalbach und Ole Schachtsiek durch, Hofmann war gar nicht mehr zu bremsen. Calw rannte stets einem Rückstand hinterher, konnte nie aufschließen und verlor 8:11.
 

In den vierten Durchgang kamen die Hessestädter gut rein. Schlattinger und Kübler punkteten zur 3:0-Führung, dann lieferten sich die Hauptschlagmänner auf beiden Seiten ein sehenswertes Duell. Bei 7:8 ging Hagen in Führung. Bei 8:9 ließ der Schiedsrichter einen umstrittenen Ballwechsel mit möglicher Körperberührung weiterlaufen – zwei Matchbälle für die Gelb-Schwarzen. Die Calwer stemmten sich zunächst erfolgreich gegen die Niederlage, schafften es in die Verlängerung, doch bei 10:12 war Schluss.
 

TSV Calw (Frauen) – Ahlhorner SV 2:3 (11:7, 8:11, 11:7, 8:11, 12:14)

Unmittelbar im Anschluss gingen die Calwerinnen in ihre erste Begegnung – als Süd-Meister hatten sie sich eine gute Ausgangsbasis geschaffen und standen im Halbfinale dem Rekordmeister Ahlhorner SV gegenüber, der sich zuvor gegen den TV Segnitz qualifizierte. Stephanie Dannecker, Henriette Schell (Angriff), Lisa Kübler (Zuspiel), Sandra Janot und Leonie Pfrommer (Abwehr) standen dem Team aus der Nähe von Bremen mit altbekannten und auch neuen Gesichtern gegenüber. Ohne die frühere Angreiferin Pia Neuefeind (zuletzt TV Unterhaugstett) lag die Hauptlast im Angriff auf der erfahrenen Imke Schröder – und die sollte ihre Schwerarbeit an diesem Wochenende bravourös erledigen. Zunächst aber lief es für Calw: Immer wieder traf Steffi Dannecker in die Schnittstelle und vollendete die Satzführung per Ass.
 

Dann stellte sich Janna Köhrmann (38), die frühere Weltklassespielerin, immer besser ein und lenkte ihre Ahlhornerinnen aus der Mitte heraus. Tokessa Köhler-Schwartjes (18) assistierte Imke Schröder, in der Abwehr parierten die WM-erfahrenen Michaela Grzywatz und Sarah Reinecke viele Bälle. Auf Calwer Seite hingegen fing sich „Leo“ Pfrommer einige Langbälle ein, das Zuspiel wurde nicht besser und Henriette Schell fehlte Durchschlagskraft. So blieb es dabei, dass Dannecker für Erfolgserlebnisse zuständig war, wenn sie von Lisa Kübler gut in Szene gesetzt wurde. In der entscheidenden Satzphase unterliefen jedoch erneut haarsträubende Fehler, aus dem 8:8 wurde ein 8:11. Der dritte Durchgang ging erneut an Calw, weil Stephanie weiterhin zuverlässig punktete und extrem variabel agierte, während ihrer Gegenüber Schröder einige Fehler unterliefen: 11:7.
 

Wer nun glaubte, das „Ding“ sei gelaufen und würde den Calwerinnen Sicherheit geben, sah sich getäuscht. In einem zerfahrenen, auch von den Windböen geprägten Spiel, zogen die Norddeutschen auf 4:7 und 8:10 davon, glichen zum 2:2 aus. Der fünfte Satz musste entscheiden. Vielleicht waren die Löwinnen gedanklich schon beim Seitenwechsel (5:3), doch Ahlhorn zeigte Kämpfermentalität, ging 5:6 und 5:7 in Führung. Erneut duellierten sich Dannecker und Schröder knallhart, Henriette Schell glich zum 8:8 aus. Ein Katastrophenzuspiel führte zum 8:10, dann rettete sich Calw in die Verlängerung. 11:11, 12:12 stand es, ehe Imke Schröder zum etwas überraschenden Sieg für Ahlhorn vollendete. So blieb der unglücklichen Calwer Delegation „nur“ ein Spiel um Bronze.
 

TSV Calw (Frauen) – VfL Kellinghusen 3:1 (12:10, 11:4, 9:11, 11:8)

Am Sonntag ging es, bei noch kräftigerem Nordwestwind und über zehn Grad abgekühlten Temperaturen, gegen den Gastgeber VfL Kellinghusen – eine Wiederholung des Final-Duells der letzten Hallensaison, als der TSV Calw erstmals den Titel holte. Für Lisa Kübler durfte nun Laura Flörchinger in der Mitte ran, Anna Winkler nahm die Abwehr (für Leonie Pfrommer) ein und Sandra Janot wechselte auf die linke Defensivseite. Die beiden Neulinge erlaubten sich ein paar Stockfehler und Abspracheprobleme, doch das war kein Problem, da die Löwinnen diesmal eine weniger verkrampfte Leistung zeigten und das Spiel beherrschten. Der erste Satz ging noch knapp aus, danach neutralisierten sich die VfL-Frauen mit eher wirkungslosen Offensivaktionen praktisch selbst. Der klare zweite Satzsieg ließ ein schnelles Spielende erwarten, doch erneut nahmen die Schwäbinnen – bei 9:7 mit dem Ziel vor Augen – „ihre Auszeit“ und bauten die Gegnerinnen auf. Anika Bruhn, Nadine Zühlke und Jacqueline Böhmker ergriffen die Chance und verkürzten zur Freude ihrer vielen Fans.

Trotzdem geriet der Calwer Sieg nicht mehr in Gefahr. Neben der nun wesentlich besser aufgelegten Henriette Schell wirkte vor allem Stephanie Dannecker sehr entschlossen. Sie übernahm immer wieder die Initiative, kam mit dem Wind zurecht und schoss die Calwerinnen mit platzierten, knallharten Schüssen aufs Treppchen. Bei 11:8 war Schluss, die Löwinnen ließen sich hart erarbeitete Bronzemedaillen – gewissermaßen als Trostpflaster für eine nicht optimale DM – umhängen.
 

Fazit aus Sicht des TSV Calw: Minimalziel erreicht, mit einem versöhnlichen Ende einer Meisterschaft, von der sich die Calwer Fans mehr erträumt hatten.

 

Männer: 1. TSV Pfungstadt, 2. VfK Berlin, 3. TV SW-Oberndorf, 4. TSV Hagen 1860, 5. TSV Calw und VfL Kellinghusen.

Frauen: 1. Ahlhorner SV, 2. TV Jahn Schneverdingen, 3. TSV Calw, 4. VfL Kellinghusen, 5. TV Segnitz und TSV Dennach.
 

28.08.2019
Zwei Löwenrudel im Meisterschaftsfieber

TSV Calw fährt mit seinen Bundesliga-Teams zum Faustball-Highlight nach Kellinghusen

 

Auf dem Sportplatz an der Eichenallee im faustballverrückten Kellinghusen, hoch droben im Norden gleich hinter Hamburg, findet am Samstag und Sonntag die Endrunde um die deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen statt. Wie schon im letzten Sommer sind erneut beide Calwer Bundesliga-Teams qualifiziert und kämpfen um die Medaillen. In Moslesfehn 2018 hatten die Männer sensationell Bronze gewonnen, ähnlich überraschend gingen die Frauen leer aus. Nun werden die Karten neu gemischt und diesmal stehen die Chancen gut, dass die „Löwinnen“ erfolgreicher abschneiden als ihre Vereinskameraden um Raphael Schlattinger.

 

Frauen: der Finaleinzug wäre „löwenstark“

 

Viele Experten sehen die Calwerinnen als Anwärterinnen zumindest auf den Finaleinzug. Darüber brauchen sie sich nicht zu wundern, denn die Serie der vergangenen Monate war imposant: Nach einer herausragenden Hallenrunde gelang der lange ersehnte erste Meistertitel der Vereinsgeschichte und danach in der Feldsaison blieb der TSV Calw weiter ungeschlagen, gewann auch die Begegnungen mit dem vielfachen Meister und Titelverteidiger TSV Dennach. „Das hat wohl Eindruck gemacht“, ahnt Abwehrspielerin und „Ober-Löwin“ Sandra Janot. „Wir haben in den vergangenen Jahren aber auch gelernt, dass es bei DM-Turnieren auf die Tagesform ankommt“ – und somit auch daneben gehen kann. So wie im Vorjahr, als die TSV-Frauen überhaupt nicht auf Touren kamen und nach einer bitteren Auftakt-Niederlage ihre Taschen packen mussten.

 

Diesmal aber stehen Sandra Janot und ihre Kolleginnen als Süd-Primus vorzeitig im Halbfinale, wo sie auf den Nord-Zweiten Ahlhorner SV oder den Süd-Dritten TV Segnitz treffen und dann entweder im Finale oder „nur“ im Spiel um Platz 3 stehen. „Wir haben eine gute Medaillenchance. Unser großer Wunsch ist nach dem goldenen Klunker zu greifen, aber wir standen noch nie im Finale einer deutschen Feld-Meisterschaft, sodass allein der Endspieleinzug ein Erfolg wäre“, sagt die mit 28 Jahren erfahrenste Calwerin. Nicht zu vergessen sind die großen Ambitionen von Nord-Meister TV Jahn Schneverdingen, vom TSV Dennach und von Gastgeber VfL Kellinghusen.

 

„Wir sind gut vorbereitet“, erklärt Sandra Janot. Ihr Team bestritt zwei Vorbereitungsturniere in der Schweiz – Jona und Widnau – und zusätzlich zu den wöchentlichen Trainingseinheiten wurde auch sonntags am Feintuning gearbeitet. Darüber hinaus betrieben die „Löwinnen“ in den Bundesliga-freien letzten Wochen reichlich „Rudelpflege“, wie die Altburgerin das Teambuilding beim gemeinsamen Mallorca-Urlaub und dem Ausflug zur Männer-WM in Winterthur bezeichnet. Ihr Team fährt mit einem breiten Kader nach Kellinghusen: Neben der Stamm-Sieben mit Stephanie Dannecker und Henriette Schell (Angriff), Lisa Kübler, Anna Winkler, Laura Flörchinger, Sandra Janot und Leonie Pfrommer (Zuspiel/Abwehr) sind auch Adina Stoll und Samantha Lubik dabei. Nur eine fehlt: Trainerin Elke Schöck kann aufgrund der spät angesetzten Terminverlegung dieser Meisterschaft nicht dabei sein. Dafür wird Robin Dannecker die Calwerinnen betreuen, der auch in der Vorbereitung dabei war und sonst die Zweitliga-Frauen aus Böblingen coacht.

 

Calwer Männer in Außenseiterrolle

 

Unter den sechs besten Männer-Teams in Deutschland ist der TSV Calw in der Außenseiterrolle. Der Süd-Dritte trifft auf den Nord-Zweiten TSV Hagen 1860 und muss gewinnen, um im Turnier zu bleiben. „Alle Spieler sind fit“, blickt Thomas Stoll der zweiten DM-Teilnahme seines Teams optimistisch entgegen, auch wenn Abwehrspieler Lukas Gruner fehlt und die Vorbereitung, „bedingt durch die lange Pause zwischen dem Bundesliga-Spielbetrieb sowie die Weltmeisterschaft in Winterthur mit der Teilnahme von unserem Schlagmann Raphael Schlattinger, schwierig war. Wir haben zuletzt zwei Wochen pausiert, um einige Blessuren auszukurieren.“

 

Über den Qualifikationsgegner TSV Hagen, der in den vergangenen Jahren nicht zur Elite in Deutschland zählte, aber eine sehr starke Runde in der Bundesliga Nord als Zweiter abschloss, wissen die Calwer nicht viel. Aber die Westfalen verstärkten sich mit den Nationalmannschafts- und DM-erfahrenen Philipp Hofmann und Kevin Schmalbach vom TV Voerde. „Sie sind damit ein sehr starker Gegner“, so Stoll. „Trotzdem ist unser Ziel natürlich, mit einem Sieg ins Halbfinale einzuziehen. Dafür ist eine Leistung wie zuletzt beim Gewinn des Europacups notwendig. Gegen den Top-Favoriten TSV Pfungstadt hätten wir dann nichts zu verlieren und könnten befreit aufspielen.“

 

Los geht’s für die Mannen von Trainer Thomas Stoll am Samstag um 13 Uhr gegen Hagen, unmittelbar danach treten die Calwer Frauen zu ihrem Halbfinale an.

 

Zeitplan

Samstag, 10 Uhr Frauen Ahlhorner SV – TV Segnitz, 11 Uhr Männer TV SW-Oberndorf – VfL Kellinghusen, 12 Uhr Frauen TSV Dennach – VfL Kellinghusen, 13 Uhr Männer TSV Hagen 1860 – TSV Calw; 14 Uhr Halbfinals Frauen (u.a. TSV Calw und TV Jahn Schneverdingen) und Männer (TSV Pfungstadt und VfK Berlin); Sonntag ab 10 Uhr Platzierungsspiele und Endspiele.

 

23.06.2019
Südmeister mit blütenweißer Weste
Am vorletzten Spieltags-Wochenende (22./23. Juni) mussten die Calwer Bundesliga-Löwinnen nur noch den Sack zumachen, um die Südstaffel als Erste zu beenden und damit einen Halbfinalplatz bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft in Kellinghusen zu ergattern. Das gelang weitgehend souverän. Vier Siege, davon zwei gegen den zu diesem Zeitpunkt Tabellendritten TV Unterhaugstett auf der Sportanlage des TVU, und Platz 1 war eingetütet.
22. Juni in Unterhaugstett: TV Unterhaugstett – TSV Calw 0:3 (8:11, 8:11, 8:11), TSV Calw – TV Unterhaugstett 3:2 (11:4, 11:7, 10:12, 11:13, 11:5).
23. Juni in Calw: TSV Calw – FSV Hirschfelde 3:0 (11:5, 11:2, 11:3), TSV Calw – TSV Pfungstadt 3:0 (11:5, 11:5, 11:3).
In der Kurpfalz beendeten die Calwerinnen ihre bislang beste Saison in der 1. Bundesliga Süd. Bei diesem Spieltag stand aber weniger der Gastgeber aus dem Mannheimer Stadtteil Käfertal im Blickpunkt, als vielmehr das Duell der beiden dominierenden Teams der vergangenen Jahre in Süddeutschland. Für die beiden Rivalen ging es nur noch ums Prestige und für die Calwerinnen dabei vor allem darum, die Saison ohne Niederlage zu beenden. Das gelang mit einem – wie schon im Hinspiel – umkämpften 3:2-Sieg gegen den letztjährigen und vielfachen Meister. Gegen den TV 1880 Käfertal war der Sieg trotz eines Satzverlustes nie in Gefahr.
30. Juni in Mannheim: TSV Dennach – TSV Calw 2:3 (7:11, 11:5, 9:11, 13:11, 8:11), TV 1880 Käfertal – TSV Calw 1:3 (11:9, 3:11, 6:11, 2:11).
Mit herausragenden 32:0 Punkten (48:7 Sätze) fahren unsere Löwinnen nun als einer der Top-Favoriten zur Deutschen Meisterschaft am 31. August und 1. September in Kellinghusen/Schleswig-Holstein.

26.05.2019
Calw gewinnt das Duell der Meisterinnen und schlägt Käfertal deutlich
 
Der am Vortag noch tief getränkte und vom Männer-Spieltag malträtierte Faustballplatz in Altburg zeigte sich nach trockener Nacht erholt, so dass das Spitzenspiel der Bundesliga-Frauen unter guten Bedingungen stattfinden konnte. Nach fünf umkämpften Sätzen jubelten die Calwerinnen, die mit dem 3:2 gegen den TSV Dennach die Basis für die Süd-Meisterschaft legten. Der TV 1880 Käfertal bekam, wie erwartet, von den Top-Teams Anschauungsunterricht.
 
TSV Calw – TSV Dennach 3:2 (13:11, 11:9, 8:11, 7:11, 11:6)
Der Gast aus dem Enzkreis musste auf Zweitangreiferin Fenja Stallecker verzichten, dafür rückte die junge Elena Kull in die Startaufstellung neben den gesetzten Sonja Pfrommer, den Aldinger-Schwestern Annkatrin und Anna-Lisa sowie Laura Schinko. Auf Calwer Seite kamen der Paradeangriff Henriette Schell / Stephanie Dannecker, Lisa Kübler (Mitte), Sandra Janot und das junge Talent Anna Winkler zum Zug. Den besseren Start hatten die Gastgeberinnen. Sie gingen 4:2 in Führung, gaben dann fünf Bälle in Folge ab, weil Sonja Pfrommer konzentriert abschloss und Steffi Dannecker Stockfehler unterliefen (4:7). Henriette Schell, die unbekümmerte 20-Jährige, übernahm den Ball und die Kontrolle über das Match: Calw holte auf, wehrte zwei Satzbälle ab und verwandelte zum 13:11. Auch danach waren die Hessestädterinnen in der Verfolgerrolle (1:4) und drehten erneut, trotz starker Pfrommer-Services, den Satz.
 
Dennachs Trainer Kuno Kühner ließ hinter Sonja Pfrommer mehrmals rotieren und im dritten Durchgang fand sein Team bei Satzmitte (5:4 für Calw) den Dreh – fünf Ballgewinne in Serie sorgten für den Anschluss. Auch der vierte Satz verlief spannend und mit Auf und Ab der Gefühle. Erneut leisteten sich die Calwer ihre „Auszeit“, gaben vier Bälle ab, weil die Defensive der „Pink Ladies“ wie eine Mauer stand und DM-reif abwehrte. Im entscheidenden fünften Durchgang punktete neben der einmal mehr bärenstarken Henriette Schell auch Weltmeisterin Dannecker mehrmals, ein 6:3 zum Seitenwechsel entsprach der Vorentscheidung. Konzentriert spielte der deutsche Hallenmeister das Duell mit dem deutschen Feldmeister zu Ende.
 
Elke Schöck, Trainerin des TSV Calw: „Wir ließen es zu, dass Dennach gut aufbauen konnte und eine Sonja Pfrommer lässt sich selten eine Chance entgehen. Trotzdem haben wir die ersten Sätze gewonnen. Danach hat unser Gegner den Kampf angenommen und wir nicht mehr gegengehalten. Elena Kull und Anna-Lisa Aldinger haben ein starkes Spiel gezeigt. Zum Glück haben wir im letzten Satz wieder in die Spur gefunden. Mit diesem Sieg sind wir im Rennen um die Süd-Meisterschaft. Wir müssen jetzt jede weitere Begegnung ohne Satzverlust gewinnen, dann können wir uns in Dennach beim Rückspiel auch eine knappe Niederlage leisten.“
 
Eine Vorgabe, die Schöcks Schützlinge gegen Aufsteiger Käfertal gleich umsetzten. Nachdem der TSV Dennach die Mannheimerinnen mit 3:0 (11:2, 11:6, 11:5) abgefertigt hatte, durften die Calwerinnen ran. Leonie Pfrommer, die tags zuvor für die U18-Europameisterschaft im August nominiert wurde, und Laura Flörchinger bekamen ihre Einsätze, Calw schlug den TV 1880 Käfertal 3:0 (11:3, 11:5, 11:6).
 

19.05.2019
Calwerinnen bleiben „top“ – zwei klare Siege in Sachsen


 

 

Was sind schon sechs Stunden Anreise, wenn man mit voller Ausbeute im Gepäck wieder nach Hause fahren darf? Im fernen Hirschfelde behielten die Calwer Faustballerinnen ihre blütenweiße Weste und blieben ohne Satzverlust.
FSV Hirschfelde – TSV Calw 0:3 (4:11, 8:11, 5:11)


 

 

Trainerin Elke Schöck blieb ihrer Taktik treu: zwei Spiele, zwei unterschiedliche Aufstellungen in der Abwehr. Hinter dem bewährten Angriffs-Duo Stephanie Dannecker und Henriette Schell sowie der routinierten Zuspielerin Lisa Kübler kamen, einen Steinwurf von Neiße und Polen entfernt, die „new kids on the block“ zum Zug: die 18-jährigen Leonie Pfrommer und Anna Winkler. Beide gelten als Riesentalente und sie ließen auch fast keinen Ball durchrutschen. Da die „Löwinnen“ die Warnungen ihrer Trainerin vor den routinierten, kämpferischen Sachsen-Frauen ernst nahmen, konnte eigentlich nichts anbrennen. Tat es auch nicht: Calw demonstrierte sein aktuelles Niveau und gewann.


 

 

TSV Calw – TSV Pfungstadt 3:0 (11:9, 11:4, 11:4)


 

 

Auch der TSV Pfungstadt sollte im Anschluss keine große Hürde darstellen. Mit den Bundesliga-erfahrenen Samantha Lubik und Sandra Janot in der Defensive sollte erneut der TSV Calw seiner Favoritenrolle gerecht werden. Abgesehen vom ersten Satz, in dem einige Eigenfehler der Schwäbinnen die Hessinnen kurz von einem Überraschungsgewinn träumen ließen, spulte der Tabellenführer sein Programm ganz souverän herunter.


 

 

Lisa Kübler fasste die Kurzeinsätze im Landkreis Görlitz zusammen: „Wir dachten, dass es gegen Gastgeber Hirschfelde schwieriger wird. Aber wir kamen schnell ins Spiel und hatten den Gegner jederzeit im Griff. Beim TSV Pfungstadt hat uns Angreiferin Teresa Spadinger mit guten Angaben ganz schön beschäftigt, so dass wir uns richtig anstrengen mussten. Aber die Abwehr wurde immer sicherer, der Rest war Formsache.“


 

 

Am nächsten Sonntag ab 11 Uhr kommt es in Calw zum Spitzenduell mit dem TSV Dennach, also deutscher Hallenmeister gegen deutscher Feldmeister. Zweiter Gegner ist der Außenseiter TV 1880 Käfertal. Lisa Kübler: „Gegen die Mannheimerinnen wollen wir keinen Satz abgeben. Und den Dennacherinnen werden wir nach dem Super-Saisonstart mit großem Selbstbewusstsein gegenübertreten. Mal schauen, was dabei herauskommt.“

05.05.2019
TSV Calw setzt Zeichen: Start als Tabellenführer

Vier Punkte aus den Auftaktbegegnungen waren das vorgegebene Ziel von Trainerin Elke Schöck an ihre Schützlinge, die Bundesligafrauen. Und auf dem Papier waren die deutschen Hallen-Meisterinnen beim Gastspiel in Segnitz gegen den TVS sowie gegen TV Oberndorf klarer Favorit. Doch vor allem Neuzugang Svenja Schröder beim Gastgeber sorgte dafür, dass die Calwerinnen mit Respekt nach Unterfranken fuhren. Zurück kamen sie entspannt, mit 4:0 Punkten und deutlichen 6:0 Sätzen im Gepäck.

TV Obernhausen – TSV Calw 0:3 (4:11, 5:11, 3:11)
Nachdem Segnitz den TV Obernhausen 3:0 abgefertigt hatte, durften die Calwerinnen gegen den TVO aus dem Enzkreis ran. Elke Schöck setzte, wie schon in der erfolgreichen vergangenen Hallenrunde, erst einmal auf eine besonders junge Formation hinter dem Parade-Angriff mit Stephanie Dannecker und Henriette Schell: Laura Flörchinger (Zuspiel), Adina Stoll und Leonie Pfrommer (beide Abwehr), Talente aus der erfolgreichen Jugendarbeit, gingen von Beginn an konzentriert zu Werke. Die drei Teenager holten einen Ball nach dem anderen heraus und obwohl der Platz nicht leicht zu spielen war, brachte Laura Flörchinger die Bälle zuverlässig nach vorne. Das derzeit wohl beste Angriffspaar Dannecker/Schell punktete nach Belieben mit starken Angaben und im Rückschlag. Im dritten Satz gelang Obernhausen erst bei 0:7-Rückstand der erste Punkt.

TV Segnitz – TSV Calw 0:3 (8:11, 7:11, 8:11)
Gegen den TV Segnitz mit seiner neuen Weltmeister-Angreiferin Svenja Schröder, vom TV Eibach 03 gekommen, stellte Elke Schöck ihr Team um auf die „erfahrene Variante“ – mit Lisa Kübler in der Mitte und Sandra Janot auf der rechten Abwehrseite. Links kam erstmalig in der Bundesliga ein weiteres Nachwuchstalent zum Einsatz: Anna Winkler führte sich gleich bestens ein. Das Quintett aus Calw stand kompakt auf dem Spielfeld und wehrte viele der hart geschlagenen Schröder-Angriffe ab. Die Angreiferinnen der „Löwinnen“ punkteten zuverlässig und erarbeitete sich mit einer durchweg konzentrierten Leistung einen hochverdienten klaren Sieg.

„Das war ein perfekter Start in die Runde und unsere Youngster haben gezeigt, dass sie in die 1. Bundesliga gehören“, freute sich Elke Schöck nach dem gelungenen Einstieg. „Nächsten Sonntag spielen wir zuhause gleich zwei Mal gegen den SV Tannheim“ (Hin- und Rückspiel ab 11 Uhr nacheinander). Dann wird auch die erfahrene Samantha Lubik zum Team dazustoßen. Parallel dürfen am Altburger Aischbach, ebenfalls ab 11 Uhr, auch die Calwer Frauen II ran: Sie treffen bei ihrem Zweitliga-Debüt nach dem vorjährigen Aufstieg auf den ASV Veitsbronn II sowie auf dem TSV Schwieberdingen.

Spieltage Feldrunde 2019, 1. Bundesliga Süd
Sonntag, 5. Mai, in Segnitz: TV Obernhausen – TSV Calw 0:3 (4:11, 5:11, 3:11), TV Segnitz – TSV Calw 0:3 (8:11, 7:11, 8:11)
Sonntag, 12. Mai, 11 Uhr in Calw, TSV Calw – TV Tannheim (Hin- und Rückspiele)
Sonntag, 19. Mai, 11 Uhr in Hirschfelde, FSV Hirschfelde – TSV Calw – TSV Pfungstadt
Sonntag, 26. Mai, 11 Uhr in Calw, TSV Calw – TSV Dennach – TV 1880 Käfertal
Sonntag, 16. Juni, 10 Uhr in Waldrennach: TV Obernhausen – TSV Calw – TV Segnitz
Samstag, 22. Juni, 15 Uhr in Unterhaugstett: TV Unterhaugstett – TSV Calw (Hin- und Rückspiele)
Sonntag, 23. Juni, 11 Uhr in Calw: TSV Calw – FSV Hirschfelde – TSV Pfungstadt
Sonntag, 30. Juni, 11 Uhr in Mannheim: TV 1880 Käfertal – TSV Dennach – TSV Calw
6. + 7. Juli, Women's Champions Cup in Österreich
20. + 21 Juli, Europameisterschaft Frauen und U21 männlich in Tschechien
31. August + 1. September, Deutsche Meisterschaften Männer, Frauen, U12 in Kellinghusen

28.04.2019
„Flow der Hallenrunde mitnehmen“
Calwer „Löwinnen“ starten beim starken TV Segnitz in die Faustball-Bundesliga

Elke Schöck haut so schnell nichts um. Doch die erfahrene frühere Faustballerin und heutige Trainerin des TSV Calw weiß, dass der Bundesliga-Start am Sonntag „kein Selbstläufer“ für den deutschen Meister der letzten Hallenrunde ist.

„Den TV Oberndorf darf man nie unterschätzen, sie erwischen manchmal einen Sahnetag und dann wird es schwer“, sagt sie. Und der TV Segnitz, nominell bislang nicht zu den Top-Teams in Deutschland gehörend? „Das wird sich jetzt ändern, denn nach dem Rückzug des TV 03 Eibach ist Weltmeisterin Svenja Schröder, eine der herausragenden Faustballerinnen, nach Segnitz gewechselt.“ Die Unterfränkinnen aus dem Main-Dreieck sind mit den jungen, großgewachsenen Schröder und Luise Kaemmer sowie der kämpferischen Abwehr ein Anwärter für die begehrten Top-3-Plätze in der Bundesliga Süd, die für die DM-Endrunde garantieren.

„Natürlich, der TSV Dennach ist und bleibt ein Favorit auf Platz 1 und mit Segnitz ist ein neuer Rivale im Rennen“, so Schöck. „Aber auch wir setzen uns die Südmeisterschaft als Ziel.“ Dies ist schließlich gleichbedeutend mit dem Halbfinaleinzug bei der deutschen Meisterschaft, die am 31. August und 1. September in Kellinghusen/Schleswig-Holstein stattfindet. Zwischen den genannten drei Teams und dem Rest der 1. Bundesliga Süd klafft, so glaubt Elke Schöck, eine Lücke. „Die Platzierungen 4 bis 9 sind völlig offen, Abstiegskandidaten zu benennen ist schwer.“ Im Rennen sind die Aufsteiger TSV Pfungstadt, TV 1880 Käfertal sowie Nachrücker TV Unterhaugstett, dazu FSV Hirschfelde, TV Obernhausen und SV Tannheim.

„Wir wollen den Flow der Hallenrunde mit dem Meistertitel mitnehmen“, sagt Elke Schöck. Das Gesicht ihrer Mannschaft hat sich nicht sehr verändert – abgesehen von einer Lücke: Nach dreijährigem beruflichen Intermezzo in Süddeutschland und dem Titelgewinn mit dem TSV Calw kehrt Welt- und Europameisterin Annika Bösch in ihre nordische Heimat, zum TV Jahn Schneverdingen, zurück. Doch den Calwer Fans muss nicht Bange sein: Gerade in der Defensive hat Elke Schöck die Qual der Wahl aus vielen Talenten, die immer stärker aus der eigenen Jugend drängen und den Arrivierten Druck machen. Wer nicht in der 1. Bundesliga sein Plätzchen findet, darf künftig in der 2. Bundesliga Spielpraxis sammeln, nachdem die Calwer Frauen II aufgestiegen sind.

Im Angriff des Top-Teams ist das Power-Duo Stephanie Dannecker und Henriette Schell gesetzt. Sie haben in der Halle die Szene absolut beherrscht. Die erfahrenen Lisa Kübler (Mitte) und Sandra Janot (Abwehr) werden in Segnitz ebenfalls auf dem Platz stehen. Druck bauen aber mehrere Teenager auf, allen voran Laura Flörchinger und Leonie Pfrommer. Elke Schöck möchte früher oder später auch Anna Winkler und Adina Stoll integrieren, nicht zuletzt kennt Samantha Lubik bestens das Bundesliga-Geschäft. „Ich werde das Geschehen in den beiden Frauen-Teams ganz genau verfolgen und suche nach und nach meine Top-Aufstellung heraus. Eine Stammplatzgarantie gibt es nicht. Ziel ist, immer mit den besten Sieben zu den Spieltagen der 1. Liga zu fahren.“ Soll heißen: Die Etablierten werden sich strecken müssen.

Erfolg macht Freude – und mit Gold um den Hals haben Frauen sowieso am meisten Spaß. Mit dem ersehnten Titelgewinn in der Halle sind die Calwerinnen auf den Geschmack gekommen und nun steigen auch auf dem grünen Rasen die Ansprüche. 2017 brachten sie als Dritte erstmals Edelmetall nach einer Feldsaison mit nach Hause. 2018 folgten die ersten internationalen Auftritte, belohnt mit Platz 4 im Europapokal und dem sensationellen 3. Platz beim Weltpokal. Auch wenn in Ahlhorn bei der DM-Endrunde 2018 schon nach einem Spiel das Aus kam, ist die Tendenz erkennbar: Auch „draußen“ an der frischen Luft schlagen sich die Calwerinnen immer besser.
 

 

11.03.2019
Goldrausch – das Löwenrudel krallt sich den Titel!
Ein Rückblick auf den größten Vereinserfolg


Foto: DFBL

Noch nie setzten die Calwer Bundesliga-Faustballerinnen ihre Pläne so konsequent um: „Goldrausch – Das Löwenrudel krallt sich den Titel 2019! Das war unser Motto zu Beginn dieser Hallenrunde“, berichtete Sandra Janot, die Spielführerin des neuen deutschen Meisters, überglücklich. Auftrag erledigt. Der zweite Teil der Ankündigungen wurde ebenfalls umgesetzt: „Jetzt wird auf der langen Heimfahrt natürlich gefeiert!“ Auf 640 Kilometer Wegstrecke zwischen dem DM-Spielort Moslesfehn bei Oldenburg und der Heimat Calw war genügend Zeit, den großen Triumph mehrmals aufleben zu lassen. Sandra Janot: „Wir haben es so oft versucht, jetzt hat es endlich geklappt. Als Kellinghusen uns im Endspiel den ersten Satz des Turniers abgenommen hat, haben die Knie dann doch noch einmal gezittert. Aber wir wussten, was wir können und haben es dann auch gezeigt.“

 

Der erste DM-Titel bei der 17. Endrunden-Teilnahme: Eine Befreiung für die Mannschaft, für Trainerin Elke Schöck, die Betreuer, Abteilung, Fans, den Verein. Stellvertretend hervorzuheben sind die Welt- und Europameisterinnen: Annika Bösch, die aus Selsingen nach Calw kam und nach ihrem dreijährigen beruflichen Aufenthalt im Schwäbischen wieder in den Norden zieht – mit ihrem ersten DM-Titel. Und Stephanie Dannecker, die herausragende Anführerin. Für beide war es nach größten internationalen Ehren der ersehnte Moment. „Dies ist ein ganz besonderer Titel in meiner Sammlung“, so die Vorzeige-Athletin Dannecker, die mit ihrem kraftvollen, aggressiven Stil den Frauenfaustball überragt. „Wir haben immer wieder Rückschläge und bittere Niederlagen eingesteckt. Diesen Winter aber waren wir über die gesamte Runde souverän und konzentriert. Das konnten wir an diesem Wochenende wiederspiegeln.“

 

In der Tat: Die Vorstellungen der Calwerinnen waren tadellos. Niemand bezweifelte, wer diesen Titel verdient hatte. Zu deutlich die 3:0-Siege in der Vorrunde gegen SV Tannheim (11:5, 11:2, 11:6) und den Nord-Zweiten VfL Kellinghusen (11:3, 11:4, 11:7). Zu dominant das Halbfinale gegen den besten Nord-Verein TV Brettorf, der ebenfalls mit 3:0 (11:5, 11:6, 11:5) vom Platz geschickt wurde. Wer ohne Satzverlust durchmarschiert und maximal sieben gegnerische Bälle pro Durchgang zulässt, ist natürlich Favorit im Finale.

 

Hier zeigte der VfL Kellinghusen, anders als am Vortag, seine Zähne. Die Schleswig-Holsteinerinnen, die im Gegensatz zum sensationell vorzeitig ausgeschiedenen TSV Dennach eher als Außenseiter galten, hatten nichts zu verlieren. Sandra Janot: „Wir waren überrascht von einem ganz anders aufspielenden Team. Aber auch solche brenzligen Situationen überstehen wir heute, anders als noch vor zwei Jahren. Wir konzentrieren uns mehr auf uns als auf die anderen.“ Zwei Sätze lang stand das Spiel auf Messers Schneide, weil VfL-Youngster Vemke Voß in der Abwehr zauberte und Schlagfrau Jacqueline Böhmker immer wieder mit Kurzbällen mittig in die Schnittstelle traf. Dann besannen sich die Schwarzwälderinnen auf ihre Stärken: Lisa Kübler verlegte sich auf die Defensive, Kurzbälle wurden von den schnellen Schlagfrauen abgefangen. Die Stamm-Fünf mit Lisa Küblers starken Zuspielen, den sicheren Abwehrkräften „Tigger“ Bösch und Sandra Janot sowie dem derzeit besten Angriffsduo Deutschlands – Stephanie Dannecker und Henriette Schell – drehte geradezu brutal auf. „Der Express rollt“, schwärmten auch die Kommentatoren im Web-Fernsehen sportdeutschland.tv, das alle Spiele live übertrug. Und so jubelten am Ende die Besten.

 

Für diesen „neuen“ TSV Calw stehen bewährte Kräfte. Auch wenn, wie in der Vorrunde, die jungen Laura Flörchinger (19, Zuspiel) oder U18-Weltmeisterin Leonie Pfrommer (17) standen, geriet der TSV nie unter Zugzwang sondern agierte sicher und stabil. Das harmonische Zusammenspiel in der Offensive verleiht dem Team Sicherheit. Hier die draufgängerische Stephanie Dannecker (26), daneben die souveräne Henriette Schell (20). „Steffi treibt das Team an und sorgt für spektakuläre Zauberbälle, sie übergibt Henny aber immer mehr Verantwortung und die bringt die nötige Coolness und Beständigkeit mit“, so Janot (27), die mit Lisa Kübler (24) das routinierte Rückgrat des TSV Calw bildet. Alles in allem und trotz so großer Erfahrung: ein Team mit Aussicht. Gut möglich, dass dies nicht der letzte Meistertitel war, den dieser Verein feiert.

 

Deutsche Meisterinnen: Stephanie Dannecker, Sandra Janot, Henriette Schell, Annika Bösch, Lisa Kübler, Laura Flörchinger, Leonie Pfrommer; Trainerin: Elke Schöck.

 

Stimmen

Sandra Janot, Spielführerin TSV Calw: „Es war ein unglaubliches Wochenende und das werden wir wohl nie vergessen! Die Stimmung war die komplette Runde super. Wir haben perfekt harmoniert und sehr intensiv gearbeitet – physisch wie psychisch. Auch neben dem Spielfeld haben wir viel Zeit miteinander verbracht, das schweißt zusammen. Wir sind ein total ausgeglichenes Löwenrudel. Egal, mit welcher Aufstellung: es läuft!“

 

Stephanie Dannecker, TSV Calw: „Nein, das war noch nicht mein Abschluss beim TSV Calw. Ich benötige nur eine Pause in der Halle. Beim Europapokal im Januar 2020 in Dennach will ich den TSV Calw aber nochmals unterstützen. In der Feldsaison bleibe ich dem Verein treu, das wird sich nicht so schnell ändern. Es war bisher eine so wundervolle Zeit und ich bin glücklich in meinem ,Rudel‘. Einmal Löwe, immer Löwe!“

11.03.2019
Im Gespräch mit Meister-Trainerin Elke Schöck

Endlich deutscher Meister! Aber es war zu hören, Stephanie Dannecker und Annika Bösch werden Calw verlassen?

Elke Schöck: "Nein. Steffi wird in der Feldrunde weiterspielen. In der nächsten Hallenrunde sieht man dann weiter, denn sie will mit ihrem Partner (Anm. Weltmeister Sebastian Thomas aus Pfungstadt) für drei Monate verreisen und dann hoffentlich rechtzeitig zum IFA-Pokal im Januar zuhause sein. Mit Annika verlieren wir nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich eine sehr starke Persönlichkeit. Sie hat immer alles gegeben und war für jeden da. Aber ich freue mich, dass sie wieder in ihrer Heimat Fuß fasst und künftig beim TV Jahn Schneverdingen spielen kann. Sie vermittelte unseren Jugendspielerinnen sehr viel und war ein Vorbild. Auch deshalb rücken einige talentierte Spielerinnen nach."

 

Zum Beispiel Leonie Pfrommer?

"Sie hat bereits in der ganzen Hallenrunde bewiesen, dass sie ganz vorne mitspielen kann. Laura Flörchinger hat sich etabliert. Wir haben auch eine starke zweite Frauenmannschaft. Wer da nachrücken kann, wird sich noch zeigen."

 

Wie geht es ab Mai im Feld weiter?

"Die Mädels haben eine Pause verdient. Anfang April startet dann die Vorbereitung. Natürlich wollen wir uns auch im Feld für die DM, Ende August in Kellinghusen, qualifizieren. Ein Traum wäre, auch dort den Titel zu holen."

 

Gab es bei der DM Stellschrauben zu drehen, oder war es ein Selbstläufer?

"Ein Selbstläufer ist eine DM-Endrunde nie. Aber tatsächlich waren die Mädels so gut aufeinander eingestellt, dass wir während der Spiele nur noch wenig sagen mussten. Wichtig war, die Mädels vor dem Spiel nochmals mental zu stärken und das bis zum Schluss aufrecht zu erhalten."

 

War es eine perfekte Hallensaison?

"Ich kann es kaum glauben, aber so eine Saison habe ich tatsächlich noch nie erlebt. Schon beim Vorbereitungsturnier hat alles gepasst, das hat sich so durch den ganzen Winter gezogen. Wir hatten alle das Ziel vor Augen und gemeinsam daran gearbeitet. Und wir hatten kein Verletzungspech mehr. Danke an unseren Physiotherapeuten Philipp Löwe, der die Mädels fit gemacht und sich jederzeit um sie gekümmert hat. Es war ein Erfolg vieler Menschen, auch unserer treuen Fans. Danke dafür!"