22.06.2025
Vier Frauen, drei davon gänzlich ohne Spiel- und Trainingspraxis, traten in der Gluthitze in Weil der Stadt für den TSV Calw III an. Eine ihrer drei fordernden Bezirksliga-Begegnungen gewannen sie sogar.
Spvgg Weil der Stadt – TSV Calw III 1:2 (11:9, 9:11, 11:13); Calw III – TV Unterhaugstett III 0:2 (10:12, 5:11); Calw III – TSV Kleinvillars 0:2 (10:12, 4:11)
Abgekämpft, aber stolz und happy. Von links: Olivia Bähr, Maren Heuer, Karo Gruner, Alicia Epp.
Eine Energieleistung sondergleichen legte der TSV Calw III beim Bezirksliga-Spieltag am letzten Sonntag hin. Zahlreiche Stammkräfte fielen aus und so standen unter der brennenden Sonne auf dem Weil der Städter Sportplatz nur vier Spielerinnen in den orangenen Trikots auf dem Rasen. Das Highlight war gleich in der ersten Begegnung der Sieg in Unterzahl nach 0:1-Satzrückstand gegen Gastgeber Spvgg Weil der Stadt. Aber auch gegen TV Unterhaugstett III sowie TSV Kleinvillars wehrten sich die Vier nach Kräften und schnupperten sogar knapp an einem Satzgewinn, ehe ihnen jeweils im zweiten Satz die Luft ausging.
Alicia Epp überzeugte in allen Spielen mit fast durchweg fehlerfreiem Angaben- und Rückschlagspiel. Am Ende waren die Batterien leer. Auch ihre Mitspielerinnen verausgabten sich bis zuletzt. Olivia Bähr sorgte von vorn rechts für saubere Zuspiele. Sie hatte seit ihrer A-Jugend-Zeit im Vorjahr eine Ausbildung angefangen, seither nicht mehr gespielt und war kurzfristig eingesprungen.
Das gleiche galt für die beiden Routiniers in der Abwehr. Maren Heuer schlug erstmals seit mehreren Jahren wieder auf den Ball und brachte die langen Bälle der Gegnerinnen wie von einer Gummiwand nach vorn zurück. Die Altersdurchschnitt-Kurve des Calwer Teams bekam einen charmanten Knick: Mit Karo Gruner sprang eine echte Teamplayerin, Antreiberin und routinierte Spielerin im besten Alter ein und bewies, dass sportliche Klasse keine Altersgrenze kennt. Selbst ein Wadenkrampf konnte sie nicht stoppen. Sie ließ sich kurzerhand aus der Sportplatzküche ein Glas Gurkenwasser als Magnesiumersatz reichen, trank ein paar Schlucke und stand wieder auf dem Platz.
Am Ende des Spieltags blieb viel Anerkennung durch die gegnerischen Teams und das Publikum, ein zuckersüßer Sieg und der Stolz auf eine großartige Teamleistung des Löwinnen-Quartetts.
Nächsten Sonntag, 10 Uhr, folgt der nächste Spieltag in Böblingen – diesmal hoffentlich wieder mit voller Besetzung.


