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Als Dritter geht’s in die Play-off-Spiele

07.06.2026

Enttäuschendes 2:5 zuhause gegen Käfertal und ein 5:0-Erfolg bei Aufsteiger Eibach – die Calwer Faustballer kämpfen verbissen um ihre Teilnahme am Meisterschaftsturnier.

 

Nach vier Siegen in Serie lief es für die Calwer gegen den
TV 1880 Käfertal nicht so gut. Foto: Roland Wurster

 

Mit Blick auf die Tabelle war die Ausgangslage für Bundesligist TSV Calw verführerisch: Als Zweite bekamen es die Männer um Kapitän und Hauptschlagmann Raphael Schlattinger am Wochenende mit dem Siebten und dem Achten zu tun. Mit zwei Siegen winkten allerbeste Voraussetzungen für die Play-off-Spiele und den Einzug in die Meisterschafts-Endrunde.

 

Am Samstag gastierte der TV 1880 Käfertal in Altburg, der seine Erstliga-Mannschaft bereits zurückgezogen hat und daher als Absteiger feststeht. Doch der amtierende Meister in der Halle hatte offenbar noch richtig Lust, rückte erstmals seit vielen Wochen mit voller Kapelle an, zeigte prompt sein bestes Spiel und versetzte den Calwern einen herben Dämpfer.

 

TSV Calw – TV 1880 Käfertal 2:5 (9:11, 11:8, 11:8, 14:15, 6:11, 7:11, 2:11)

Zwei Knackpunkte der Begegnung brachten den TSV Calw aus der Balance und den Mannheimer Stadtteilverein auf die Siegerstraße. Zunächst der aus Calwer Sicht unnötig abgegebene erste Satz, als die Heimmannschaft kaum Spannung aufbaute und gegen keineswegs souveräne Käfertaler nicht ins Spiel fand. Dann, bei zwischenzeitlicher 2:1-Satzführung und 10:8 im vierten Satz, gelang es dem TSV nicht, auf ein beruhigendes 3:1 auszubauen: Nach Calwer Auszeit kam der überragende Käfertaler Schlagmann Marcel Stoklasa hochkonzentriert zurück, hämmerte sein Team in die Verlängerung und der Durchgang ging mit dem knappsten aller Ergebnisse für Calw verloren – 14:15. Statt einer möglichen 3:1- oder gar 4:0-Satzführung sah sich die Mannschaft von Trainer Thomas Stoll einem ärgerlichen 2:2 gegenüber – und das baute den Gast nur auf.

 

Die „Monnemer Buuwe“ beherrschten das Spiel fortan, vor allem in Person des frischgebackenen Familienvaters Marcel Stoklasa. Punktete Calw, so konterte der Mann mit dem aktuell vielleicht schärfsten Schuss der Liga mit krachenden Angaben und einer herausragenden Ass-Quote. Die Hesse-Städter, bei denen U21-Nationalspieler Ricardo Lebherz starke Abwehrpräsenz zeigte, taten sich immer schwerer gegen die zunehmend sichere Defensive der Kurpfälzer um Felix Schneider. Auch die Einwechslung Marco Stolls in die linke Abwehr und der Positionswechsel Philipp Küblers in die Mitte im siebten Satz änderte nichts. Beide Offensivkräfte, Raphael Schlattinger und Markus Kraut, knackten die gegnerische Mauer nur noch selten. Die Käfertaler um ihren routinierten Kapitän Nick Trinemeier hatten leichtes Spiel und machten den Sack zu.

 

Stimmen zum Spiel

Raphael Schlattinger, TSV Calw: „Es gibt Tage, da läuft‘s einfach nicht. Was Marcel Stoklasa hier gezeigt hat, war einfach brutal. Wir müssen akzeptieren, dass dieser Gegner heute besser. Nun müssen wir morgen gegen Eibach abliefern.“

Nick Trinemeier, TV 1880 Käfertal: „Wir konnten bisher selten in einer Topformation spielen. Aber heute war das der Fall, dass nach Rückstand ein Satz noch 15:14 zu unseren Gunsten ausgeht und sich daraus eine Dynamik entwickelt. Calw hatte bis dahin gut gespielt. Dann hat Marcel angefangen extrem zu ballern mit einer brutalen Quote aus der Angabe und dem Spielschlag. Das hat uns alle mitgerissen. Uns war klar, wenn wir in die Angabe kommen, macht er wieder den Punkt. Das hat Calw den Zahn gezogen. Wir wollen die Saison gut zu Ende bringen und unseren jungen Spielern noch etwas mitgeben – Felix Schneider und Daniel Maurer, die nach Waibstadt zurückkehren, oder unserem Namibianer Benjamin Lange. Ich hoffe, sie konnten sich bei den alten Männern was abschauen.“

 

Mit der Niederlage war die hervorragende Calwer Ausgangsposition von Tabellenplatz 2 verspielt. Am Sonntag galt es, beim Aufsteiger TV Eibach 03 Schadensbegrenzung zu betreiben.

 

TV Eibach 03 – TSV Calw 0:5 (5:11, 8:11, 9:11, 10:12, 4:11)

Auch ohne die berufsbedingt fehlenden Abwehrspieler Philipp Kübler und Trainer Thomas Stoll hatte die Calwer Mannschaft beim Auswärtsspiel auf den Sportplatz in Segnitz keine Schwierigkeiten. Nur in den Sätzen drei und vier spielten die Nürnberger Aufsteiger beherzt mit, doch die Erfahrung und Klasse des TSV setzte sich letztlich souverän durch.

Es spielten: Nick Stoll, Marco Stoll, Raphael Schlattinger, Ricardo Lebherz, Leandro Schmidberger, Markus Kraut.

 

Jetzt wird’s ernst

Die Abschlusstabelle nach der Vorrunde weist den TSV Pfungstadt mit 14:0 Punkten als Ersten aus, dahinter folgen der TV Stammheim, der TSV Calw (je 10:4) sowie der TV Vaihingen/Enz (8:6). Alle vier treten noch einmal jeder gegen jeden an, die bisherigen Punkte werden in die Play-offs mitgenommen. Die Top-3 fahren am Ende zur deutschen Meisterschaft ins niedersächsische Bardowick (17./18. Juli). In den Play-downs suchen TV SW-Oberndorf, NLV Vaihingen und TV Eibach 03 den zweiten Absteiger neben Käfertal.

 

Der Calwer Fahrplan zum Ziel Meisterschafts-Endrunde:

20. Juni, Auswärtsspiel beim TV Stammheim

27. Juni, auswärts beim TSV Pfungstadt

5. Juli, Heimspiel gegen TV Vaihingen/Enz

TSV Calw bleibt souverän auf Kurs

30.05.2026

Die Teilnahme an den Play-off-Spielen ist den „Faustball-Löwen“ in der Bundesliga nach einem klaren Sieg beim Aufsteiger NLV Vaihingen so gut wie sicher.

 

Markus Kraut (Nr. 10) und Nick Stoll Kübler. Archivfoto: Roland Wurster

 

Das drittletzte Spiel der regulären Bundesliga-Vorrunde war eine Pflichtaufgabe für die Männer des TSV Calw mit der klaren Vorgabe, beim NLV Vaihingen zu gewinnen. Tatsächlich war der Gegner auf dem heimischen Rasen des Naturheil- und Luftbad-Vereins im Stuttgarter Westen schwierig einzuschätzen. Der Aufsteiger stand den Calwern in der Vergangenheit nur selten gegenüber. Und mit zwei Siegen – gegen Mitaufsteiger TV Eibach und beim amtierenden Indoor-Meister TV Käfertal – waren die Landeshauptstädter überraschend gut in die Saison gestartet. Gegen den konzentriert auftretenden TSV Calw hatten sie jedoch keine Chance.

 

NLV Vaihingen – TSV Calw 1:5 (3:11, 11:13, 8:11, 13:11, 4:11, 1:11)

Vielleicht zu deutlich ging der erste Satz auf dem harten, holprigen Geläuf in Stuttgart an den Gast, der in der Abwehr auf die erfahrenen Nick Stoll und Philipp Kübler sowie rechts auf U21-Nationalspieler Ricardo Lebherz setzte. Im Angriff punktete das bewährte Duo mit Raphael Schlattinger und Markus Kraut, die häufig die Schlagarbeit paritätisch aufteilten. Bei 10:8-Führung des Favoriten im zweiten Durchgang waren die Calwer gedanklich wohl schon beim nächsten Seitenwechsel. Der NLV, bei dem wie gewohnt die Löwe-Brüder Robin (Zuspiel) und Marc (Hauptschlag) die Fäden zielen sollten, nutzte die Unkonzentriertheit des Gegners zu drei Ballgewinnen in Serie, ehe die Calwer sich besannen, einen Satzball abwehrten und das 2:0 eintüteten. Etwa zehn Minuten später war der TSV auf 3:0 davongezogen.

 

Nach der obligatorischen Zehn-Minuten-Pause stellte der NLV um: Der wieselfinke Perri Perivoitos erlief rechts vorn zahlreiche Schlattinger-Kurzangaben und auf dem stumpfen Boden war auch mit langen Schlägen fast kein Durchkommen für Calws Kapitän, zumal Robin Löwe und Linksabwehrspieler Marvin Hebecker starke Aktionen zeigten. Der NLV verkürzte. Doch auch TSV-Trainer Thomas Stoll stellte um. Philipp Kübler übernahm die zentrale Position, Marco Stoll rückte links ein. Der TSV Calw bekam nun immer mehr Oberwasser und ließ den NLV laufen. In den letzten zwei Sätzen gelangen den Stuttgartern nur noch fünf Ballgewinne, auch weil Marc Löwe es oftmals mit Gewalt versuchte und dabei zu viele Fehler fabrizierte. So hatten die Calwer ihren Pflichtsieg nach nur 80 Minuten eingefahren.

 

Nach getaner Arbeit wusste Markus Kraut auch ohne Blick auf die Tabelle, die den TSV Calw (8:2 Punkte) auf Platz 2 hinter dem TSV Pfungstadt (10:0) und vor dem TV Stammheim (8:4), TV Vaihingen/Enz (6:4) sowie NLV Vaihingen (4:6) ausweist: „Jetzt noch zwei Mal mit höchster Konzentration antreten. Wenn wir die beiden Spiele gegen Käfertal und Eibach am nächsten Wochenende gewinnen, sieht es richtig gut aus für unsere Teilnahme an der Meisterschafts-Endrunde.“ Ein Ausrutscher sollte also tunlichst vermieden werden, am nächsten Samstag (16 Uhr) zuhause gegen den schwer einschätzbaren Hallen-Meister aus Käfertal und am Sonntag (13 Uhr) in Segnitz beim fränkischen TV Eibach.

 

Raphael Schlattinger fasste zusammen: „Der Platz war ganz schwierig zu bespielen, sehr hart, dazu der Wind. Die Zuspiele waren schwer einzuschätzen. Aber wir haben es gut gemacht. Am Anfang lief es vielleicht zu locker, davon haben wir uns einlullen lassen – aber dann wieder herausgekämpft. Das 5:1 ist absolut okay. Bei der Wärme war es gut, dass Markus und ich uns die Arbeit aufteilen konnten.“

 

Dem TSV Calw ist nun die Teilnahme an den Play-offs zur deutschen Meisterschaft kaum mehr zu nehmen. Gewinnen die Hesse-Städter beide Begegnungen am nächsten Wochenende, so hätten sie als Zweite Heimrecht gegen den Dritten und Vierten der Tabelle.

 

Nächsten Samstag, 16 Uhr in Calw-Altburg: TSV Calw – TV 1880 Käfertal

Nächsten Sonntag, 13 Uhr in Segnitz: TV Eibach 03 – TSV Calw

Calwer „Löwen“ auf Play-off-Kurs

16.05.2026

Die Bundesliga-Faustballer überzeugen mit einer starken Leistung beim verdienten 5:2-Heimsieg gegen den Angstgegner aus Schweinfurt.

 

Und wieder wurde gejubelt beim TSV Calw. Foto: SH 

 

Nach einem spielerisch und kämpferisch überzeugenden Saisonstart der Calwer Bundesliga-Faustballer (4:2 Punkte gegen drei starke Gegner) war am Samstag der Auftritt gegen den TV SW-Oberndorf mit Spannung erwartet worden. Die Franken sind so etwas wie ein Angstgegner, im Vorjahr unterlagen die „Löwen“ sowohl in Schweinfurt wie auch zuhause mit 3:5 Sätzen und mussten damit ihre Hoffnungen auf eine Teilnahme am DM-Finalturnier begraben. „Wir wollten eine weitere Niederlage unbedingt vermeiden und das ist uns mit einem richtig guten Spiel gelungen“, war TSV-Schlagmann Markus Kraut nach dem letztlich klaren 5:2-Sieg „gegen diesen unbequemen Gegner“ erleichtert.

 

TSV Calw – TV SW-Oberndorf 5:2 (11:8, 15:13, 10:12, 11:7, 7:11, 11:7, 11:2)

Der Faustballplatz in Altburg machte seinem Ruf als windanfällige Anlage alle Ehre. Kräftige kalte Böen verhinderten ein technisch blitzsauberes Duell. „Trotzdem“, so TVO-Nationalspieler Maxi Lutz, „haben es beide Mannschaften geschafft, meist sauber zuzuspielen“. So bekam das Publikum dann doch zahlreiche spannende Ballwechsel und spektakuläre Aktionen zu sehen.

 

Oliver Bauer (verletzt) fehlte auf Seite der Gäste, Ricardo Lebherz (beruflich) in der Calwer Abwehr. Bei einem längeren Spielverlauf hätte das durchaus für Probleme beim Heimteam sorgen können. Denn Nick Stoll musste schon zu Beginn des dritten Satzes mit einer wieder aufgebrochenen Schenkelzerrung raus. Philipp Kübler, der zuletzt an Knieproblemen laborierte, wechselte ins Zentrum und machte einen hervorragenden Job als Abfangjäger der gegnerischen Angaben und Kurzbälle durch Nico Bitsch und Fabian Sagstetter. Marco Stoll und Leandro Schmidberger hatten in der Abwehr reichlich zu tun. Calws Hauptschlagmann Raphael Schlattinger präsentierte einmal mehr seine aktuell großartige Form und Markus Kraut sein Können als läuferisch starker und cleverer Assistent.

 

Der TSV Calw kam gut in die Begegnung, führte früh nach Bällen und holte sich den ersten Satz, nachdem die Franken bis auf 8:8 herankamen. Umgekehrt der zweite Satz, als die Heimmannschaft einem 4:8-Rückstand hinterherlief und zwei Satzbälle abwehrte. Bei 8:10 drosch Schlattinger die Kugel zwei Mal auf die Grundlinie und nutzte seinen vierten Satzball zur beruhigenden 2:0-Führung. Nach Stolls Auswechslung aber benötigte die Mannschaft um Kapitän Schlattinger einige Minuten, um wieder auf Touren zu kommen, holte nach und nach auf, wehrte einen Satzball ab, doch der Gast verkürzte.

 

Nach der obligatorischen 10-Minuten-Pause (immer nach drei Sätzen) ging es nicht mehr so knapp zu. Calw gewann den vierten Satz, Oberndorf verkürzte im wichtigen fünften. Dann zeigten die TSV-Männer Faustball wie aus einem Guss, spielten fast völlig fehlerfrei und hatten den Gegner in der Zange. Nach sieben Sätzen war die Begegnung beendet. Spieler, Betreuer und das Publikum atmeten auf mit dem Blick auf die Tabelle, die den TSV Calw auf Platz 3 ausweist.

 

„Gut, dass wir jetzt zwei Wochen Pause haben bis zum nächsten Spiel beim NLV Vaihingen, damit sich Nick (Stoll) und Philipp (Kübler) ein wenig regenerieren können. Jetzt liegen wir auf Kurs Play-off-Spiele und das wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen“, so Markus Kraut. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir zuletzt an unseren Laufwegen und an taktischen Dingen gearbeitet und diese auch umgesetzt haben.“ Maximilian Lutz auf TVO-Seite haderte mit „diesen kleinen, aber entscheidenden Fehlern in den wichtigen Momenten“, wie etwa beim „verschenkten Satzausgleich zum Spielbeginn“.

 

Am Samstag, 30. Mai, geht es beim NLV Vaihingen für die Calwer weiter, ehe am 6. und 7. Juni beim TV 1880 Käfertal und gegen TV Eibach 08 die Vorrunde abgeschlossen wird.

Schwerarbeit mit zwei Siegen belohnt

11.05.2026

Die Bundesliga-Faustballer des TSV Calw erkämpfen in 18 Sätzen innerhalb von nur 22 Stunden vier Zähler gegen bärenstarke Gegner.

 

 

Der TSV Calw hat in der Faustball-Bundesliga Nehmer-Qualitäten wie ein angeschlagener Boxer bewiesen. Der Spielplan hatte es so vorgesehen, dass die Männer des Trainer-Duos Thomas und Nico Stoll am Samstag um 18 Uhr beim unbequemen TV Vaihingen/Enz und am Sonntag ab 14 Uhr zuhause gegen den nicht weniger starken TV Stammheim antreten mussten. Nach zwei kräftezehrenden und nervenaufreibenden Begegnungen gingen die Calwer müde, aber euphorisiert von zwei knappen Siegen vom Platz.

 

TV Vaihingen/Enz – TSV Calw 4:5 (5:11, 11:6, 7:11, 11:8, 9:11, 11:4, 8:11, 11:5, 9:11)

Der Sportplatz am Vaihinger Alten Postweg weckt wenig gute Erinnerungen bei den Calwern, denn hier taten sie sich meist schwer. Beim jüngsten Duell mit dem TVV war es allerdings vor allem der Rasen – insbesondere das Spielfeld auf der Südseite –, das es den Sportlern schwer machte. Auch dem Heimteam. Auf dem holprigen Geläuf verloren beide Kombattanten abwechselnd je vier Sätze. So musste im Duell zweier technisch und konditionell auf Augenhöhe agierenden Mannschaften ein neunter Satz entscheiden. Die Vaihinger um ihre weltmeisterlichen Regisseure Jakob Knodel und Jaro Jungclaussen gingen zum Seitenwechsel mit 6:5-Führung in den letzten Seitenwechsel. Da packten die Calwer letzte Kraftreserven aus, schafften drei Mal ein Mini-Break und nutzten ihren dritten Matchball zum wichtigen Auswärtssieg.

 

TSV Calw – TV Stammheim 5:4 (11:9, 11:8, 12:10, 9:11, 11:9, 4:11, 10:12, 7:11, 12:10)

Wer nun meinte, am nächsten Tag würde es weniger spannend zugehen, sah sich getäuscht. Zur ersten obligatorischen 10-Minuten-Pause nach drei Sätzen sah alles nach einem klaren Calwer Sieg aus, erst recht bei 4:1-Satzführung. Dann spielte Stammheim wie aus einem Guss. Die Abwehr mit einem starken Tobias Beck und Felix Klassen in der Mitte stand wie eine Eins, der junge Angreifer Fynn Erlenmayer, der vor anderthalb Jahren aus Unterhaugstett zu den Stuttgartern wechselte, zeigte sein großes Talent als Schlagmann, der die Calwer Offensivreihe mit Raphael Schlattinger und Markus Kraut mit starken Angriffen mehrmals düpierte. Beim Stand von 4:4 und bei 4:6 Bällen zum Seitenwechsel sprach nichts mehr für die Heimmannschaft. Bei 8:10 und zwei Matchbällen für Stammheim zeigten die Calwer aber doch noch einmal, zu was die Mannschaft in der Lage ist. Erlenmayer ging zu wenig Risiko ein, Schlattinger und sein Team nutzten dies und holten vier Bälle in Serie zum zweiten 9-Satz-Sieg innerhalb von exakt 22,5 Stunden.

 

Stimmen

Raphael Schlattinger, Kapitän und Angreifer TSV Calw: „18 Sätze in so kurzer Zeit – da fühlt sich der Körper nicht mehr gut an. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe es mir nach der 4:1-Führung leichter vorgestellt, aber wir hatten Probleme mit Erlenmayers Kurzbällen und waren nicht mehr so spritzig. Beim 4:4-Satzausgleich dachte ich schon, das war’s. Was Klassen und Beck in der Abwehr rausgezogen haben, war krass. Wir waren aber auch zeitweise zu hektisch. Nun geht es am Samstag um 16 Uhr gegen den TV SW-Oberndorf, auch das wird hart und unangenehm. In dieser Liga gibt es einfach keine leichten Gegner.“

Max Gayer, Angreifer TV Stammheim: „Schade, dass es im Faustball kein Unentschieden gibt. Es war extrem knapp und wir haben bewiesen, dass wir in die vordere Tabellenhälfte der Liga gehören.“