News aus dem Monat Mai 2017

Vier Punkte für fünf furchtlose Löwinnen


Give me four! (Foto: Samy Lubik)
 

Rumpfkader überrascht mit klaren Bundesliga-Siegen in Nürnberg
 
Die Vorzeichen für einen reibungslosen Bundesliga-Auftakt standen nicht wirklich gut für die Faustballfrauen des TSV Calw. Ohne die beiden Weltmeisterinnen Stephanie Dannecker und Annika Bösch, ohne Kaderspielerin Lisa Kübler und ohne Alica Erlenmayer, die allesamt verhindert waren, reiste ein Rumpfteam mit fünf Spielerinnen zum Start in die Feldrunde nach Nürnberg. Das Quintett aber machte aus der Not eine Tugend: Die „TSV-Löwinnen“ kämpften, holten vier Punkte in Franken und stehen in der Tabelle schon jetzt dort, wo sie am Ende der Saison auch sein wollen: ganz vorne.


Die Konstellation der ersten Begegnung zwischen Gastgeber TV Eibach und TV Vaihingen/Enz kam den Schwarzwälderinnen entgegen. Fünf Sätze lang beharkten sich die Konkurrentinnen, ehe die junge Mannschaft aus dem Nürnberger Stadtteil Eibach einen 3:2-Heimsieg bejubelte. Die Damen von der Enz, die ohne ihre Nummer 1 Marie-Theres Rothmaier auskommen müssen, konnten sich danach gar nicht erst sortieren, da lagen sie gegen Calw schon mit einem Satz zurück: 11:2! Henriette Schell dominierte als souveräne Angreiferin, Samantha Lubik wurde, mangels Alternative, von Betreuerin Elke Schöck als Zweitschlagfrau nominiert und sie machte, aus der Mitteposition heraus, ihre Sache gut. Rechts vorn musste die 17-jährige Laura Flörchinger ran, für die Abwehrarbeiten waren Jasmin Sackmann und Sandra Janot zuständig. Der zweite Durchgang wurde nur wenig spannender (11:8), ehe Calw ohne allzu großen Kraftaufwand den ersten Saisonsieg einfuhr (11:3).


Mit dem TV Eibach 03 wartete nun der stärkere und – vor eigenem Publikum – hochmotivierte Gegner auf die Calwerinnen. Das Schlagfrauen-Duell der U18-Weltmeisterinnen Svenja Schröder (Eibach) und Henriette Schell ging zunächst an die blonde Fränkin. „Wir hatten Startschwierigkeiten und zeigten zu diesem Zeitpunkt eine durchwachsene Abwehrleistung. Svenja Schröder beschäftigte uns mit scharfen langen Schlägen und angeschnittenen Bällen an die Seitenlinien“, erklärte Sandra Janot später. So ging der erste Durchgang an Eibach (7:11). Dann aber schlug die Stunde der furchtlosen Fünf, die immer besser ins Spiel fanden – angeführt von Henriette Schell. „Sie hielt uns mit ihren Angabenpunkten immer im Spiel und entschied die Begegnung“, bekundete Sandra Janot. Mit 11:8, 11:8 und 12:10 zogen die Calwerinnen den Einheimischen den Zahn.


Damit setzte der TSV ein wichtiges Zeichen: Auch mit ausgedünntem Kader verfügt die Mannschaft über großes Potenzial – und nun über eine gute Basis, wenn es am Sonntag in der Melanchthon-Stadt gegen Gastgeber TV Bretten und Aufsteiger TV Oberndorf um die nächsten Erfolgserlebnisse geht. Calw ist dabei der Favorit – egal, in welcher Aufstellung.
 

Derby-Stimmung am Aischbach


Wollen wieder gemeinsam jubeln: Nick Stoll (li.) und Moritz Pfrommer.
 

Start in die 2. Bundesliga gegen Veitsbronn und Unterhaugstett

Vor ziemlich genau einem Jahr gingen die Faustball-Männer des TSV Calw in die Schwabenliga-Runde. Inzwischen hat sich einiges geändert für die orangenen „Löwen“, denn die junge Truppe um Spielertrainer Bernd Bodler visiert heute – in der 2. Bundesliga Süd – neue Ziele an. „Natürlich möchten wir, wie zuletzt in der Halle, nun auch auf dem Feld den Durchmarsch schaffen und ein weiteres Mal aufsteigen“, bekundet Moritz Pfrommer optimistisch. „Obwohl ich uns als Aufsteiger nicht als Top-Favoriten sehe.“


Die erste Prüfung erwartet die Calwer am Samstag ab 15 Uhr auf der heimischen Sportanlage, dem Faustballgelände in Altburg. Der erste Gegner ASV Veitsbronn ist zusammen mit dem TSV aufgestiegen, „die haben sich sicherlich auch viel vorgenommen und sind kämpferisch stark“, weiß der 18-jährige Pfrommer, der als Angreifer wie sein Kamerad Nico Stoll bisher noch hinter dem Bundesliga-erfahrenen Bodler sowie dem Schweizer Nationalspieler Raphael Schlattinger „anstehen“ muss.


Nach der Auftaktbegegnung treffen die Franken aus Veitsbronn dann auf den TV Unterhaugstett, bevor es zum Lokalderby zwischen Calw und dem TVU kommt. Die Männer aus dem Liebenzeller Ortsteil mussten zuletzt in der Halle den Abstieg aus dem Oberhaus verdauen. Die Zuschauer am Altburger Aischbach dürfte ein heißes Match erwarten.


Zu den Anwärtern auf Platz 1 und 2, die zur Teilnahme am Aufstiegsturnier berechtigen, zählt Bernd Bodler neben Unterhaugstett auch den TV Augsburg sowie den TV Stammheim I. Die Stuttgarter Stadtteil-Faustballer sind mit zwei Teams in dieser Spielklasse vertreten. Weitere Zweitligisten sind der TSV Grafenau, TuS Frammersbach sowie der zweite letztjährige Absteiger TV Segnitz.


Moritz Pfrommer ist guter Dinge, dass sein Team in der Tabelle vorn mitmischen kann. „Ich glaube, dass uns das Feld sogar noch besser liegt als die Halle. Hier müssen die Abwehrspieler zwar mehr arbeiten, aber die haben das drauf. Raphael Schlattinger punktet gerne über lange Bälle, ihm kommt das längere Spielfeld draußen entgegen.“


Die Vorbereitung lief zur Freude von Betreuer und Abteilungsleiter Thomas Stoll reibungslos. „Die Turniere in Stuttgart und in Vaihingen/Enz sowie Tests gegen TV Waldrennach brachten uns wertvolle Spielpraxis und wir haben intensiv bei Wind und Wetter trainiert. Wir sind für den Saisonauftakt bestens gerüstet“, so Moritz Pfrommer. „Das vergangene Jahr mit Spielen gegen hochklassige Gegner war wertvoll, denn unser Kader steht heute viel kompakter. Es kann losgehen!“


TSV Calw: Bernd Bodler, Raphael Schlattinger, Nico Stoll, Moritz Pfrommer (Angriff), Nick Stoll, Philipp Kübler, Marco Stoll, Lukas Pfizenmaier (Abwehr/Zuspiel).

Heimspiele: 6. Mai (Gegner ASV Veitsbronn, TV Unterhaugstett); 27. Mai (TV Stammheim II, TV Augsburg; 25. Juni (TV Stammheim I, TV Segnitz).
 

Annika Bösch im Porträt

 
 
Weltmeisterin kommt vom MTSV Selsingen
 
Neben Stephanie Dannecker drischt künftig eine weitere Welt- und Europameisterin für den TSV Calw auf den Ball: Annika Bösch lernte das Faustballspielen in Hagenah, einem zwischen Hamburg und Bremerhaven gelegenen niedersächsischen Dorf. Ihr Talent verfeinerte sie später beim MTSV Selsingen, der sich in den vergangenen Jahren – wie der TSV Calw – häufig für das Meisterschaftsfinale qualifizierte. Der ganz große Erfolg, der Meistertitel, gelang aber beiden Vereinen bisher nicht. Zuletzt, in Stuttgart-Stammheim, hatte der MTSV die Calwerinnen im Spiel um Platz 3 klar besiegt.
 
„Vielleicht ergibt sich ja in der Zukunft eine optimale Konstellation“, meint das Nordlicht. Ihr MTSV Selsingen stellte erst vor wenigen Wochen den Bundesliga-Spielbetrieb ein, „da es einige Frauen beruflich fortzieht.“ Auch Annika Bösch ist mit ihrem Freund deshalb in den Süden gezogen. „In Sindelfingen arbeite ich an meiner Master-Arbeit als Bauingenieurin“, verrät die 24-Jährige, die seit 2014 das Adler-Trikot tragen und die Nationalmannschaft bei den größten Turnieren vertreten darf. Vielleicht auch, zusammen mit "Steffi" Dannecker, bei der Europameisterschaft Ende August in Calw-Wimberg.
 
Annika Bösch überzeugt auf allen Positionen, kann auch schon mal am Schlag aushelfen, „aber am wohlsten fühle ich mich in der Abwehr“. Beim Vorbereitungsturnier „Stuttgart Open“ vor wenigen Tagen demonstrierte sie große Übersicht, mit starken Aktionen und als Stimmungskanone. In der Mannschaft sei sie sehr freundlich aufgenommen worden und sie fühle sich pudelwohl, sagt sie. „Selbst mit dem schwäbischen Dialekt habe ich kaum Probleme.“

Vorschau auf die Bundesliga-Feldrunde der Frauen

 

Zwei Rückkehrerinnen und eine hochkarätige Verstärkung
 
Die Faustballfrauen des TSV Calw starten am Sonntag in Nürnberg-Eibach in die Bundesliga-Feldrunde. Die Vorzeichen sind vielversprechend, denn das Trainer-Duo Björn Gumbinger und Elke Schöck schöpft aus dem Vollen und verfügt über den vielleicht stärksten Kader, der jemals in den Calwer Farben auf Punktejagd gegangen ist.
 
Nach ausbildungsbedingter einjähriger Auszeit kehrt Offensivkraft Alica Erlenmayer ebenso nach Calw zurück wie Abwehrspielerin Sandra Janot, die sich während eines Auslandssemesters beim SVD Diepoldsau in der Schweizer Nationalliga fit hielt. Ein hochkarätiger Neuzugang ist Welt- und Europameisterin Annika Bösch vom MTSV Selsingen. Sie zieht es beruflich in den Süden und die Allrounderin wird dem Calwer Team zweifellos neue Impulse und mehr Stabilität verleihen.
 
Weiterhin am Schlag: U18-Weltmeisterin Henriette Schell und Nationalspielerin Stephanie Dannecker. In Zuspiel und Abwehr kämpfen Lisa Kübler, Samantha Lubik, Jasmin Sackmann und Laura Flörchinger um Spieleinsätze. Lisa Kübler und Henriette Schell wurden gerade erstmals in den gemeinsamen A-/B-Kader der Bundestrainerin Silke Eber berufen. Die Vorbereitung der Calwerinnen verlief planmäßig, was nicht zuletzt die Auftritte bei den sehr stark besetzten internationalen Testturnieren unterstreichen: Platz 1 bei den Stuttgart Open, Platz 2 in Vaihingen/Enz an den letzten beiden Wochenenden. Lisa Kübler: „Unter all diesen Vorzeichen kann unser Ziel nur lauten, dass wir uns erneut für die Endrunde der besten sechs deutschen Mannschaften qualifizieren und ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden.“
 
Coach Gumbinger versucht, die Euphorie nicht überschäumen zu lassen. „In der Vorbereitung waren noch Defizite erkennbar. Dennoch wollen wir natürlich im August nach Moslesfehn. Gelingt uns dies, werden wir dort die nächsten Ziele definieren.“ Zuvor aber gilt es, in der Liga zuverlässig zu punkten. Zum Auftakt am nächsten Sonntag (8. Mai) in Nürnberg versuchen Gastgeber TV Eibach sowie der unberechenbare TV Vaihingen/Enz, den Schwarzwälderinnen ein Bein zu stellen. „Zwei schwierige Gegner“, weiß Trainer Gumbinger, „aber ich hoffe auf einen guten Start in die Saison.“ Im Klartext: Calw sollte vier Zähler aus der Frankenmetropole an die Nagold mitbringen.